Seit 24. Mai in jedem guten Buchladen - das Buch zur Website! HIER

Planen

  • Alle
  • Menschen
  • Machen
  • Meinung
David Allen: Getting Things Done!
Getting Things Done

Wichtige Dinge erledigen

Bist du den ganzen Tag am Machen und Tun – und dennoch stehen abends mehr Aufgaben auf deiner Liste als morgens? Dann ist die Methode „Getting Things Done“ vielleicht etwas für dich. Bei uns lief das lange Zeit so: Morgens klappten wir unseren Laptop auf und machten uns an die Arbeit. Wir hatten gemeinsam geplant und wussten genau, was wir an diesem Tag gewuppt kriegen wollten. Doch abends standen diese Punkte immer noch auf unserer To-Do-Liste. Der einzige Unterschied? Es waren noch ein paar mehr Aufgaben dazu gekommen. Nachts wälzte ich mich dann hin und her, und ging in Gedanken meine Aufgabenlisten rauf und runter. So sah nicht jeder unserer Arbeitstage aus. Aber doch immerhin so viele, dass wir dringend etwas ändern wollten. Deshalb schauten wir uns um und entdeckten die Methode „Getting Things Done“ von David Allen.Wir wissen nicht, ob es David Allen auch so ging. Aber auf jeden Fall will er mit der Methode „Getting Things Done“ (GTD) ein Mittel gegen solche Arbeitsalptraumtage in peto haben. Der Ansatz ist schon recht komplex. Wenn du sie einführen willst, muss also dein Leidensdruck schon ein bisschen höher sein, damit du genug Motivation mitbringst, um eine ganze Reihe von Gewohnheiten in deinem Alltag zu verändern und di Aufgaben in deinem Arbeits- als und deinem Privatleben anders zu verwalten. Denn das ist das Besondere an GTD: Du hast alle Aufgaben in einer zentralen Sammelstelle – egal, ob es um's Einkaufen, Verreisen, die Buchhaltung oder deinen Job geht.Warum lohnt sich GTD?Natürlich gibt es immer mal Tage, an denen alles Drunter und Drüber geht. Doch Schluss muss damit sein, wenn du vor lauter Kleinkram die wirklich wichtigen Aufgaben vergisst – vor allem, wenn es deine Lebensträume sind, die du immer hinter die Erwartungen und Spontanwünsche der anderen stellst. Ja, und natürlich, wenn der Berg an Dingen, an die du permanent denken musst, dich so stressen, dass du krank und unglücklich wirst.Deshalb geht es bei GTD vor allem um zwei Dinge: Erstens verspricht es, dass du immer einen Überblick über alle Aufgaben hast, die zur Zeit anliegen (horizontale Übersicht). Und zweitens hast du immer eine Priorisierung. Du weißt also, welche Aufgaben wie wichtig (für dich) sind.Die Vorteile von GTDÜberblick: Du kennst deine Aufgaben und weißt, was wie wichtig und/oder eilig ist. Du vergisst nichts.Struktur: Du hast eine praktische und erprobte Anleitung, wie du vorgehen kannst.Kontext: Du sortierst deine Aufgaben anhand ihrer Ähnlichkeit (zum Beispiel alle Telefonate, Gesprächstermine, Besorgungen, etc.). Und zwar egal, ob sie privat oder beruflich sind.Einfachheit: Für GTD brauchst du im Prinzip nicht viel mehr als Papier und Stift.Die Vorgehensweise von GTDUm „Getting Things Done“ einzuführen, solltest du dir ein bisschen Zeit nehmen. Viele halten zwei Tage für einen guten Zeitraum. Es hängt aber natürlich vor allem davon ab, wie viele Aufgaben du zu bewältigen hast, wie komplex deine Projekte sind – und, naja, wie ordentlich du bislang deine Aufgabenverwaltung gemacht hast. Nun legst du dir folgendes an:Einen TerminkalenderEingangsboxen wie einen Postkorb, ein Notizbuch oder ein Mail-Postfach (je weniger, desto besser)Eine Liste aller laufenden ProjekteFür jedes Projekt eine Liste der nächsten SchritteEine Materialsammlung für jedes laufende ProjekteEin Archiv, indem du alles alphabetisch ablegst, was du im Moment nicht brauchst, aber vielleicht später.43 GTD-Ordner, am besten ein Hängeregister mit 12 Hängeordnern pro Monat und 31 kleineren Mappen für jeden Tag eines Monats. Jeden Morgen leerst du die Mappe für den heutigen Tag und steckst die leere Mappe in den Ordner des kommenden Monats. So hast du immer die aktuellen Aufgaben auf deinem Tisch. Am Monatsanfang leerst du den Ordner diesen Monats und sortierst alle Unterlagen in die jeweils richtigen Tagesmappen.GTD – so geht’sDamit ist gemeint, dass du dir einen Überblick über alle Projekte verschaffst, die dich betreffen. Dazu gehst du folgendermaßen vor:1. Alles in die EingangsboxenLeg dir Eingangsboxen zu und sammele dort alle Aufgaben, die an dich herangetragen werden: Emails in einem speziellen Email-Postfach, eigene Notizen in deinem Notizbuch, Post in einem Postkorb. Jeden Tag leerst du diese Sammelstellen.2. Notiere allesNotiere dir außer dem wirklich immer alles, was zu tun ist. Ganz egal, ob du die Blumen bei deiner Nachbarin gießen musst, während sie in Urlaub ist; du zum Yoga gehen willst; du den Müll rausbringen musst; oder dein Traumprojekt vorangetrieben werden will. Warum? Es entlastet dein Gehirn, wenn du weißt: „Ich muss an nichts mehr denken. Ich habe alles aufgeschrieben. Ich kann nichts mehr vergessen“. Und du wirst ruhig und entspannt!3. Kategorisiere immerzuDann gehst du alles durch und ordnest die Projekte nach Kategorien: Überlege dir bei jedem Punkt auf deiner Liste, ob du ihn wirklich erledigen musst! Und wenn ja, dann frage dich, ob du die Aufgabe sofort erledigen solltest (gibt es akuten Handlungsbedarf?), wann du sie machen solltest oder ob du sie an jemanden delegieren kannst. Alles, was weniger als 2 Minuten dauert, sollst du laut GTD sofort erledigen!4. Erledige Kleines sofortAlles, was länger als 2 Minuten dauert und mehrere Arbeitsschritte erfordert, ist laut GTD ein Projekt. Für jedes Projekt legst du (falls nötig) eine Materialsammlung an. Außerdem planst du deine Projekte immer sorgfältig.5. Plane Projekt mit SorgfaltJedes Projekt sollte so präzise wie möglich geplant sein. Dazu beschreibst du in einem Satz, was du dir als Ergebnis wünschst: Was ist der Zweck des Projektes? Dann machst du ein Brainstorming dazu, was alles notwendig ist, um das Ziel zu erreichen. Danach entscheidest du, was die ersten Schritte sind. Schreibe sie in deinem Notizbuch auf. Wenn du also aufgeschrieben hast: „Ich möchte die Finanzierung meines Traumprojektes sichern“, dann könnte dein erster Schritt sein „Meine Freundin anrufen, die Fundraising macht“.6. Entscheide, wann was zu tun istEntscheide, wann du die ersten Schritte des Projektes angehen willst: Notiere in deinem Terminkalender die nächsten Schritte, mach dir eine Erinnerungsliste für die nächsten Schritte und die Dinge, auf die du in dieser Sache warten musst. Sortiere Materialien oder andere wichtige Unterlagen pro Projekt in deinem Ordnersystem.FazitNicht alle kommen mit diesem recht komplexen System zurecht. Manche finden, es hat zu viel – andere, es habe zu wenig Struktur. So hat zum Beispiel der Minimalist Leo Barbauta die Methode weiter entwickelt und „Zen to Done“ (ZTD) genannt. Was wir besonders gut an GTD finden ist, dass es sich in einem wichtigen Punkt vom klassischen Zeit- und Aufgaben-Management unterscheidet: Du überlegst dir nicht mehr vorher, wie lange du wohl für eine Aufgabe oder ein Projekt brauchst und versuchst das dann einzuhalten. Nein, du brauchst einfach so lange, wie du nun mal brauchst – und danach nimmst du dir die nächste wichtige Aufgabe vor.Wir finden, das entlastet enorm. Denn ersten funktionieren diese Zeitvorgaben unserer Erfahrung ohnehin meistens nicht. Alles dauert immer länger, als man denkt! Und das gibt einem zweitens immer ein negatives Gefühl – so, als hätte man nicht genug geschafft. GTD lenkt dagegen den Blick von der To-Do-Liste auf das, was man alles geschafft hat. Das finden wir gut und motivierend.Also: Probier GTD doch auch mal aus! Allerdings solltest du dir dazu noch mehr Infos holen. Zum Beispiel in dem lesenswerten Buch von David Allen (siehe unten). Wenn du Erfahrungen mit GTD hast, dann hinterlasse doch einen Kommentar und teile mit anderen dein Wissen!Wie ich die Dinge geregelt kriegeSelbstmanagement für den Alltag David Allen, ISBN 978-3-492-30720-8, Piper Verlag, 12,00 EuroBei buch7.de bestellen

Wir verlosen 5 mal ein Exemplar "Faironomics" an Menschen, die anderen eine Freude machen wollen.
Verlosung: Verschenke ein Buch

Kennst du einen Menschen, der eine super Idee hat für eine öko-soziales Projekt – oder der ein ganz tolles Projekte für den öko-fairen Wandel bereits am Laufen hat? Und würdest du diesem Menschen gerne eine Freude machen, ihm Inspiriation, Ermutigung und Anregungen schenken?Dann mach mit bei unserer Verlosung!Zum Start unseres neuen Buches "Faironomics" verlosen wir 5 x 1 Exemplar.Du kannst bis zum 10. Juni 2019 (24 Uhr) teilnehmen. Und so einfach geht das:Schritt 1: Wer soll das Buch bekommen?Schreibe unter diesem Beitrag als Kommentar, auf Facebook oder per Email, wem du warum das Buch schenken möchtest. Du kannst dabei Namen und Projekt nennen (inklusive Website oder Facebook-Seite) – oder das Ganze anonym machen (so nach dem Motto "Mein Nachbar organisiert ein Repair-Café" oder "Meine Schwester will sich mit einem Unverpackt-Laden selbständig machen")Schritt 2: Wie lautet die Widmung?Schreibe uns – wenn du möchtest – auch deinen Text für die Widmung! Das ist deine Gelegenheit, ihm oder ihr zu sagen, warum du es so toll findest, was er oder sie macht!Schritt 3: Gewinne mit etwas Glück!Schreibe uns bis zum 10 Juni 2019 um 24 Uhr! Denn am 11. Juni ziehen wir die fünf Gewinner*innen! Wir nehmen Kontakt zu dir auf. Wenn du eine Widmung möchtest, schreiben wir sie dir ins Buch und senden es dir zu.Wir wünschen dir viel Glück und drücken dir die Daumen!!!

Karte der Mitstreiter

individuell sozial

Bullet Journaling von Ryder Caroll
Bullet Journaling: Mehr erledigen, weniger tun!

Sich auf die wirklich wichtigen Dinge fokussieren

Wahrscheinlich kennst du den Unterschied zwischen beschäftigt und produktiv sein. Im einen Fall machst du einfach unheimlich viel – und dennoch scheint deine To-Do-Liste immer länger und länger zu werden. Und im anderen Fall kennst du deine Prioritäten ganz genau und erledigst wirklich nur das, was (dir) wirklich wichtig ist. Das Bullet Journaling ist eine super einfache und absolut geniale Methode, um vom ersten in den zweiten Zustand zu gelangen! Was ich wirklich so genial an der Methode des Bullet Journaling finde ist, dassdu außer einem Notizbuch und einem Stift rein gar nichts brauchstdu schnell reinkommst, weil es so einfach istdu die Umsetzung total an dich, deine Bedürfnisse und deine Projekte anpassen kannstund du bei all dem wirklich tolle Ergebnisse bekommst.Was steckt hinter der Idee des Bullet Journaling?Der Erfinder Ryder Caroll litt seit Kindheit am Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) – nur dass das damals noch nicht so genannt wurde und es auch keine Hilfe für Kids wie ihn gab. Deshalb hat er sich über viele, viele Jahre ein System ausgedacht, das ihm hilft, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Und – wer hätte das gedacht: Das finden auch Menschen ohne ADHS superhilfreich. Deshalb hat Caroll das mittlerweile für alle Welt zur Verfügung gestellt. Im Internet findest du Tausende von tollen Bildern, wie Menschen ihre Bullet Journals mit wunderschönen Illustrationen und Zeichnungen verschönern. Das brauchst du aber gar nicht (wenn du keine Zeit und/oder kein Faible dafür hast). Wichtig ist im Wesentlichen, dass du herausfindest, wie das Bullet Journaling für dich gut funktioniert.Aufbau eines Bullet JournalsHier beschreibe ich nun, wie ich die Methode von Ryder Caroll anwende. Für die Wochen- und Tagesplanung nutze ich – anders als er – einen normalen Jahreskalender. Das heißt ich mache meine Jahres- und Monatsplanung im Bulett Journal, aber den Rest im Kalender. Das ist aber eigentlich nicht so, wie Caroll sich das gedacht hat (aber es funktioniert gut für mich :-). Und so geht’s:1. Der IndexDer Anfag neines jeden Bullet Journals ist ein Index – also eine Doppelseite, auf der du nach und nach ein Inhaltverzeichnis anlegst. Viele Notizbücher bringen sogar schon so eine Doppelseite am Anfang mit.2. Der JahresplanerDann blätterst du ein oder zwei Seiten weiter und legst du einen Jahresplaner an. Dazu zeichnest du auf einer Seite 2–3 Bereiche für 2–3 Monate an (je nach dem, wie viel Platz du für deine Monatslisten brauchst). Dann hast du auf vier bis 4 oder 6 Seiten jeweils Bereiche für die kommenden 12 Monate. Schreibe jeweils den Monatsnamen hinein. Trage an die Aufgaben, Termine und Projekte dort ein, wo sie zeitlich zu tun sind. Trage den Jahresplaner im Index inklusive Seitenzahl ein.Diesen Jahresplaner nutze ich nur für Dinge, die ich im Hinterkopf behalten muss, weil sie in 2 oder 3 Monaten anfallen. Meine Hauptplanung mache ich im Monatsplan:3. Dein MonatsplanDann blätterst du eine Seite weiter und schreibst über eine leere Seite den Namen des aktuellen Monats. Schreibe hier eine Liste auf, was du alles in diesem Monat erledigen möchtest oder musst. Trage den Monatsplan im Index inklusive Seitenzahl ein.4. Dein WochenplanBlättere nun wieder weiter und lege dir für diese Woche auf einer Doppelseite Felder für die 7 Tage an. Hier gibt es unterschiedliche Aufteilungen. Welche für dich passt, musst du herausfinden. Ich finde es gut, wenn ich für die 7 Tage im oberen Teil der Doppelseite Spalten habe. Im unteren Teil der Doppelseite habe ich dann eine querformatigen Bereich für die Wochenliste und Routineaufgaben, die zum Beispiel täglich zu erledigen sind. Du kannst aber auch die linke Seite für deine Wochenliste und die Routineaufgaben nutzen und auf der rechten Seite 7 Felder für die 7 Wochentage anlegen.Wie auch immer du es gerne hast, frage dich am Anfang der Woche, was du alles tun möchtest oder musst. Liste alles in der Wochenliste auf. Schaue dazu auch in deine Monatsplanung. Es kann sei, dass du dazu größere Aufgabenpakete (aus der Monatsliste) in kleinere Aufgaben für diese Woche herunterbrechen musst. Wenn in deiner Monatsplanung etwa steht „Urlaub planen“, dann könnte in deiner Wochenliste „Reiseziele recherchieren & auswählen“ stehen. Das wäre also eine Teilaufgabe der Gesamtaufgabe „Urlaub planen“. Notiere dir Termine am jeweiligen Wochentag ein. Trage den Wochenplan im Index inklusive Seitenzahl ein.5. Dein TagesplanAm Anfang jeden Tages schaust du in deine Wochenliste und wählst aus, was du heute tun möchtest oder musst. Auch hier kann es sein, dass du größere Aufgaben in kleinere herunterbrichst. Aus „Reiseziele recherchieren & auswählen“ könnte dann vielleicht werden „Max anrufen, der immer so gute Reisetipps hat“. Trage den Tagesplan im Index inklusive Seitenzahl ein.Am nächsten Morgen bei deiner nächsten Tagesplanung, kannst du auch prüfen, was von den gestrigen Aufgaben erledigt und was liegen geblieben ist. Nutze dies, um dich zu fragen, woran das liegt: Hast du dir zu viel vorgenommen? War etwas dabei, was du nicht tun möchtest? Was nicht so wichtig ist? Wenn etwas dabei ist, was du weder tun möchtest noch musst, dann streiche aus aus deiner Tagesliste.6. Deine WochenauswertungAm Ende der Woche gehst du die Liste aus der vergangenen Woche durch und überlegst auch hier wieder:Welche Aufgaben habe ich erledigt? Wie lief es? Was habe ich daraus gelernt? (Klopf dir dafür auch ruhig auf die Schulter und wertschätze dich selbst!)Welche Aufgaben habe ich nicht erledigt? Woran liegt das? Zeitmangel? Falsche Prioritäten? Fehlende Motivation? Überlege dir, ob du diese Aufgaben auf die Liste der folgenden Woche setzen möchtest, ob du sie auf später vertagst oder ganz streichst.Danach machst du deine nächste Wochenliste und deine Tagesplanungen wie oben beschrieben. Bis der Monat zu Ende ist. Dann kommt:7. Deine MonatsauswertungHier wiederholt sich im Grunde der Reflexionsprozess der Tages- und Wochenauswertung – nur eben auf einem nächst höheren Level. Stelle dir die gleichen Fragen, die du dich auch für die Wochenauswertung gefragt hast. Streiche und verschiebe Aufgaben, wie es für dich richtig ist. Erstelle mit diesen Erkenntnissen deine nächste Monatsplanung.FazitDas Bullet Journal ist so einfach wie effektiv. Das macht für mich die ganz große Klasse der Idee aus. Auch wenn das Bullet Journaling, wie es Ryder Caroll macht, noch etwas komplexer ist, als meine Variante (mehr Infos dazu über die Links im Kasten unten). Außerdem kann dein Bullet Journal neben dem Planungsteil, den ich oben beschrieben habe, noch viele weitere Informationen enthalten. Mein Bullet Journal ist auch voll von Infos zu Projekten, Rechercheergebnisse, Notizen, Listen für Projekte und Aufgaben, Ideen, Literatur- und Filmtipps, Skribbels und alles mögliche andere. Alles kannst du im Index fein und säuberlich indexieren. Das hilft dir zum Beispiel auch super, wenn du auf den Seiten 21, 43 und 50 jeweils Notizen hast, die ein und das selbe Projekt betreffen. Dann kannst du im Index einfach den Projektnamen notieren und rechts daneben alle Seitenzahlen und siehst auf einen Blick, wo in dem ganzen Seitenwust sich die wichtigen Infos verbergen.Bullet Journaling – Buch, Website & AppViele weiter Informationen und Tipps sowie tolle Geschichten rund um die Erfolg beim Bullet Journaling findest du in dem lesenswerten und wirklich unterhaltsam geschrieben Buch von Ryder Caroll. Auch auf seiner Website bulletjournal.com gibt es sehr viele, gute Erklärungen und Anleitungen. Und schließlich kannst du dir auch eine App herunterladen für Android und iOS.

Dr. Duncan Green: How Change happens

Dr. Duncan Green: How Change Happens

Business Modell Canvas: Öko-faire Geschäfstmodelle entwickeln
Dr. Duncan Green: Den Wandel planen – ein Interview
Duncan Green: Den Wandel planen

Dr. Duncan Green berät Oxfam strategisch und lehrt an der London School of Economics. Er hat das Buch »How Change Happens« darüber geschrieben, wie sozialer Wandel funktioniert. Das wollten wir natürlich von ihm wissen. Wir alle wollen wissen, wie wir die Welt verändern können! Haben Sie eine Antwort?Ich denke schon. Oder zumindest habe ich ein paar Erkenntnisse, die besonders für Aktivisten relevant sind. Allen voran die, dass Veränderungen nicht geschehen, weil es einen bestimmten Menschen gibt. Sie entstehen unbeabsichtigt und im Rahmen eines Systems. Das bedeutet: Menschen, die absichtlich Veränderungen voranbringen wollen, müssen sich in Bescheidenheit üben. Sie müssen erkennen, dass sie einem Prozess, der ohnehin abläuft, nur ein bisschen etwas hinzufügen oder entziehen können.Außerdem ist Veränderung kein kontinuierlicher Prozess. Es gibt Momente der Chancen und Momente der Risiken. Während dieser Schlüsselmomente können Aktivisten mehr Reaktionen hervorrufen, als normalerweise. Aber sie können nicht in Form von Projekten vorgehen oder einen guten Plan für die nächsten drei Jahre entwickeln. Sie können sich nur an diesen Momenten, diesen Fenstern orientieren. Alles andere ruft keine großen Veränderungen hervor. Deshalb ist meine Antwort auf Ihre Frage auch keine große Theorie. Vielmehr stelle Sie vor ein paar Herausforderungen, über die Sie nachdenken können: wie können Sie sich sinnvoll verhalten?Wieso sind Projektpläne ein Problem?Das Risiko ist, dass Aktivisten zu professionell werden. Sie verbringen dann viel Zeit damit, ihre Techniken als Aktivist zu optimieren. Der eine setzt sich zum Beispiel mit großen Unternehmen zusammen, um sie von einem gemeinsamen Projekt zu überzeugen. Ein anderer weiß vielleicht, wie man am besten eine Demonstration organisiert oder die beste Online-Kampagne macht. Aber diese Fähigkeiten werden irgendwann zu einer Zwangsjacke. Denn die Leute denken dannmehr darüber nach, was sie tun werden – das nenne ich die Theorie der Aktion – und weniger, wie sich die Welt gerade verändert – das ist die Theorie des Wandels.Und sobald sich die Aktivisten ins Zentrum ihrer Überlegungen stellen, sind sie sich weniger des Systems um sie herum bewusst. Dann nehmen sie die Chancen und Möglichkeiten der Veränderung nicht mehr wahr. Das führt dann dazu, dass Menschen sagen: »Wir haben doch immer dieses und jenes organisiert – lass uns das hier auch wieder machen.« Doch das hat viel weniger Einfluss auf Veränderungen, als wenn Aktivisten wissen, wie sie mit einem System tanzen können. Man spricht dann von einer agilen Projektplanung, mit der sie sich geschickt auf die Veränderungen in ihrem Umfeld einstellen können.Wie können wir dann den Wandel planen?Also, als erstes: Gut schlafen! Ausreichend Pausen machen. Nicht denken, dass wenn wir noch zwei Stunden mehr pro Tag arbeiten, würden wir die Veränderungen bewirken können, die wir uns wünschen. Wir sollten aufhören, über uns selbst nachzudenken und stattdessen die Welt beobachten. Nun gibt es unterschiedliche Möglichkeiten des Beobachtens. Man kann das Leben der anderen leben. Wenn man zum Beispiel in der ländlichen Entwicklung arbeitet, kann man mal eine Weile in einem typischen Dorf leben – ohne irgendetwas ändern zu wollen. Einfach nur, um alles zu beobachten und wahrzunehmen und Teil dieser Welt zu sein. Das gibt einem viele neue Ideen und Einsichten.Dann kann man durch Lesen beobachten, das ist ganz wichtig – und zwar nicht nur Kampagnenbücher. Und vor allem kann man gut beobachten, in dem man genau zuhört! Aktivisten sind ja oft in einem Sendemodus und nicht in einem Empfängermodus. Daher müssen die meisten lernen, besser zuzuhören. Mein Sohn arbeitet zum Beispiel für eine NGO mit dem Namen »Citizens UK« und er macht tatsächlich Zuhör-Kampagnen. Dabei fragen sie zum Beispiel Menschen aus London: „Was macht dein Leben schwierig?“ Und erst auf Basis dessen, was sie da zu hören bekommen, machen sie ihre eigentliche Kampagne. Das ist ein Zugang, der meiner Meinung nach viel besser funktioniert, als zu sagen »Wir wissen, was zu tun ist«. Nicht zuhören zu können, kann unglaublich blind machen.Aber irgendwann muss man doch in Projekten denken. Wie plant man ohne zu planen?Man muss für die Ungewissheit planen. Das ist fast so, als würde man planen ohne einen Plan. Natürlich plant man. Man investiert Geld in eine bestimmte Richtung und organisiert Menschen und Ressourcen für einen bestimmten Zweck. Aber man weiß, dass das, was man als seine Ausgangsposition annimmt, nur eine erste Vermutung ist. Und dass man mehr dazu lernt, sobald man mit dem Projekt beginnt. Dadurch gestaltet man eine Kampagne oder anderes so, dass immer wieder neue Aspekte, die man unterwegs erfährt und lernt, mit einfließen können.Das ist vor allem eine Frage der Geisteshaltung. Zum Beispiel kann man dann alle drei Monate einen Tag freihalten, an dem das Team darüber diskutieren kann, was gerade um sie herum geschieht. Ob sie sich damit identifizieren können. Was funktioniert und was nicht. Was sie gelernt haben. Was sich verändert hat. Und wie sie die Kampagne an diese neuen Erkenntnisse anpassen können. Und dann arbeiten sie wieder drei Monate und treffen sich dann erneut. Das bedeutet also nicht, dass man gar keinen Plan hat und alles komplett offen ist. Aber man etabliert ein System, das das Nachdenken und Überarbeiten ermöglicht.Dabei besteht allerdings die Gefahr besteht, dass man eine Analyse-Paralyse erleidet. Dann diskutieren die Menschen endlos, was am besten funktionieren würde. So klappt das mit den Veränderungen auch nicht. Vielmehr brauchen die Leute den Rückhalt, dass sie Dinge ausprobieren und auch mal damit scheitern können. Dazu braucht es einen sicheren Ort, an dem sie ihre Aktivitäten reflektieren und auswerten können. Wo sie Zweifel und Überlegungen für Veränderungen einbringen können.Das bedeutet, dass wir eine gute Balance zwischen „Activism“ und „Reflectivism“ brauchen. Wenn es zu viel „Activism“ gibt, dann tun die Menschen möglicherweise viele Dinge, die keine Wirkung haben. Und wenn es zu viel „Reflectivism“ gibt, dann endet man so wie ich und macht sich nur noch Gedanken über alles mögliche (lacht).Wie kommt man zu einer guten Balance zwischen „Activism“ und „Reflectivism“?Ich habe kein Rezept, das zeigt, was man tun muss, um ein erfolgreicher Weltveränderer zu sein. Ich denke, wir müssen vielmehr einen bestimmten mentalen Zustand anstreben. Und dieser mentale Zustand zeichnet sich durch Neugier aus. Manchmal sind Aktivisten einfach müde. Wenn man ihnen von etwas Neuem erzählt, sagen sie einfach »Ich will nur noch mit meiner Kampagne weitermachen.« So wird es keine Veränderungen geben.Aktivisten müssen einfach neugierig sein. Das bringt uns wieder zu der Tatsache, dass Arbeitstage von 20 Stunden nicht sinnvoll sind. Wenn man so viel arbeitet, ist man nicht mehr neugierig. Dann ist man nur noch überlastet und müde. Daher ist die Fähigkeit der Selbstfürsorge wichtig. Und die Art und Weise, wie man auf das eigene Leben blickt.Außerdem müssen Aktivist bescheiden sein. Und da geht es um eine Bescheidenheit, die auf dem Wissen basiert, dass man in einem so komplexen System niemals wissen kann, was geschieht und wie sich Veränderungen auswirken werden. Das ist für Aktivisten oft sehr schwer zu akzeptieren. Denn ein Teil ihrer Persönlichkeit ist es, große Zuversicht auszustrahlen und den anderen zu sagen »Ihr könnt mir folgen, ich kenne die Antworten.«Das ist die wahrscheinlich schwierigste Erkenntnis des Buches, dass Aktivisten in einer dissonanten und widersprüchlichen Welt leben müssen. Auf der einen Seite müssen sie Führungsqualitäten zeigen und auf der anderen müssen sie die Mehrdeutigkeit und Ungewissheit akzeptieren. Das ist wohl auch ein Grund, warum Aktivisten oft so gestresst sind.Und wenn es um die Fragen geht – das steht nicht in dem Buch, aber da geht es um Fragen wie: Wie verändert sich das System ohne mich? Wie verstehe ich Macht in dieser Situation? Wer sind die Protagonisten? Was könnte sie überzeugen, etwas zu verändern? Also alle Fragen, die helfen zu verstehen, wie man Veränderungen bewirken könnte. Und dann natürlich sich danach zu orientieren.Wie kann ich am besten verstehen, wie ein System funktioniert?Das hängt von dem System ab. Da sollte man Bücher lesen, mit eine möglichst großen Bandbreite an Menschen sprechen, offen sein. Man muss so eine parlamentarische Haltung entwickeln, mit der man für die unterschiedlichsten Sichtweisen und Informationen offen ist. Geht es um ein kleines, lokales System, dann sollte man mit den Nachbarn sprechen. Und zwar nicht nach dem Motto »Sind sie auf meiner Seite oder nicht?«Es geht auch darum, Menschen zu finden, die nicht so sind wie du, um mit ihnen zu arbeiten. Bei Aktivisten gibt es oft eine Monokultur. Da findet man große Gruppen von Menschen, die exakt gleich denken: »Wir halten den Brexit für eine fürchterliche Idee«, »Wir mögen niemanden, der religiös ist« und so weiter. Und so gibt es da Gruppen, die irgendwann die Verbindung zu den realen Menschen in der realen Welt um sie herum verloren haben.Bist du ein Optimist oder ein Pessimist?Beides! Das hängt von der Zeitskala ab, die man betrachtet. Wenn wir uns anschauen, was seit dem 2. Weltkrieg geschehen ist: Die Dekolonisierung – da gibt es 70 Jahre eines atemberaubenden Fortschritts. Allein die Medizin ist so weit wie noch nie zuvor in der Geschichte der Menschheit. Also Gesundheit, Bildung, Recht. Das ist erstaunlich. Wenn man sich das ansieht, dann kann man nicht anders, als ein Optimist zu sein.Aber wenn man sich einen kürzeren Zeitraum anschaut, dann sieht man eine ganze Reihe von negativen Trends: Bei der Demokratie, den Rechten sogar bei Konflikten – die gingen die ganze Zeit zurück, doch in den letzten drei Jahren haben sie wieder zugenommen. Also da gibt es schon genug Anlass, um weniger optimistisch zu sein.Wenn man in die Zukunft schaut gibt es massive Risiken. Ich weiß nicht, was die größere Gefahr ist: ein nuklearer Krieg oder die Klimakrise. Aber beide sind sehr groß. Und die entscheidende Frage hierbei ist, ob wir genug Intelligenz als Organisation einer Spezies haben, um mit diesen systemischen Gefahren umzugehen. Und ehrlich gesagt: Ich habe keine Ahnung. Gerade bei der Klimakrise sieht man, wie es eine Mischung aus Technik und Desaster gibt und die Politik nicht in der Lage ist, damit umzugehen. Ich glaube nicht, dass die Menschheit ausgelöscht wird. Aber die Klimakrise wird sehr unangenehm und garstig.Dr. Duncan Greenarbeitet für die internationale Hilfsorganisation Oxfam als strategischer Berater. Außerdem ist er Professor „in practise“ an der London School of Economics. Dort hält er Vorlesungen im Master-Studiengang für internationale Entwicklung. Daneben hat er das Buch „How Change Happens“ geschrieben. Das kannst du dir in gedruckter Version bestellen oder als PDF kostenlos herunterladen: http://how-change-happens.com

Dragon Dreaming

individuell ökologisch sozial

Nachhaltiger Aktivismus: Resilizenstrategien für den öko-sozialen Wandel