Seit 24. Mai in jedem guten Buchladen - das Buch zur Website! HIER

Planen

  • Alle
  • Menschen
  • Machen
  • Meinung
Business Modell Canvas

Öko-faire Geschäftsmodelle entwickeln

Die 4 Phasen eines Dragon-Dreaming-Projektes: Träumen, Planen, Handeln, Feiern
David Allen: Getting Things Done!
Bullet Journaling von Ryder Caroll
Nachhaltiger Aktivismus: Resilizenstrategien für den öko-sozialen Wandel
Nachhaltiger Aktivimus

Resilienzstrategien für Menschen und Organisation des öko-sozialen Wandels

Wie du im Alltag politisch aktiv sein oder werden kannst, ohne auszubrennen. Resilienzstrategien für engagierte Menschen, Teams, Gruppen und Gemeinschaften. Viele Menschen schrecken vor politischem Engagement oder eigenen öko-sozialen Projekten zurück, weil sie glauben, dass sie keine Zeit dafür haben: Weil sie damit ihren Lebensunterhalt nicht verdienen können, müssen sie zusätzlich einer Erwerbsarbeit nachgehen. Daneben die Kinder, die Freunde, die Familie, ab und zu auch mal einfach etwas Schönes unternehmen. Und dann bleibt meist keine Zeit und/oder keine Kraft, um sich dann auch noch abends oder am Wochenende um die eigentlich wichtigen Anliegen zu kümmern.Andere Menschen wiederum engagieren sich zwar. Merken aber mit der Zeit, dass sie das über mehr als einige Jahre nicht durchhalten. Sie brennen aus, überfordern sich (immerhin geht es ja um wirklich wichtige Dinge) und verlieren dann mehr und mehr den Spaß an der Sache.Umweltschutz beginnt bei dirTimo Luthmann hat das am eigenen Leib erlebt. Deshalb hat er sich auf die Suche gemacht, wie es besser gehen kann. Und er ist beim Thema „Nachhaltiger Aktivismus“ fündig geworden. Er hat sich vor allem in den angelsächsischen Ländern schlau gemacht, viel Bücher durchforstet und Weiterbildungen gemacht. Und schließlich hat er das Buch „Politisch aktiv werden und bleiben“ (Unrast Verlag) geschrieben. Wir haben es gelesen und können es dir wirklich weiter empfehlen, wenn du mit dem einen oder anderen oben beschriebenen Problem zu kämpfen hast.Außerdem wollen wir die wichtigsten Erkenntnisse, Gedankengänge und Tipps hier noch einmal für dich zusammenfassen:Was ist Nachhaltiger Aktivismus?Im Kern geht es beim Nachhaltigen Aktivismus darum, dass du dein Engagement so planst und den Rahmen dafür so gestaltest, dass du dauerhaft aktiv bleiben kannst. Um dieses Ziel zu erreichen, musst du dir laut Luthmann drei wesentliche Säulen ansehen:1. Reflexion über soziale Veränderungen und StrategienIn diesem Bereich geht es darum, die Rahmenbedingungen zu analysieren: Wie sind die Machtstrukturen? Was sind Privilegien und wie sind sie (warum) verteilt? Wer wird (warum und wie) unterdrückt? Dabei geht es nicht nur darum, diese Strukturen in der Gesellschaft aufzudecken. Vielmehr sollen Gemeinschaften und Gruppen auch interne Bedingungen aufdecken, überdenken und gegebenenfalls verändern.Ebenso wichtig ist es aber auch, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Blick zu behalten. Dabei geht es darum, das eigene Handeln an den Kontext des Projektes anzupassen, strategisch zu denken – und aber auch die eigenen Fortschritte und Auswirkungen zu sehen. Die Frage „Warum tun wir was wie?“ verhindert einen blinden Aktionismus, bei dem man immer wieder dasselbe tut, ohne jemals wirkliche Fortschritte damit zu erzielen.Wichtige Fragen sind: Wie sind Macht und Privilegien in unserer Gruppe und in der Gesellschaft verteilt? Was bedeutet dies? Wo gibt es Unterdrückung? Wie gehen wir damit um? Wie bedingen sich innere und äußere Veränderung gegenseitig? Was hemmt oder fördert meine innere Motivation? Welche Wirkung hat unsere Arbeit auf unsere Umgebung, unser Land, die Welt? Wo sind unsere Mitstreiter? Wie können wir sie einbinden? Wo unsere Gegner? Wie können wir mit ihnen umgehen? Welche Kapazitäten haben wir und wie können wir strategisch sinnvoll mit ihnen umgehen? Welche Strategien und welche Taktiken haben wir? 2. Individuelle ResilienzstrategienDie individuellen Resilienzstrategien zielen darauf ab, dass du als Individuum belastbarer bist. Also dass du besser mit Druck umgehen kannst. Das kann Zeitdruck sein oder auch eine emotionale Belastung angesichts schlimmer Tatsachen, mit denen du dich konfrontierst. An individuellen Resilienzstrategien schlägt Timo Luthmann im Grunde einiges vor, was man auch unter dem Thema „Achtsamkeit“ verbuchen könnte.Es geht also um ein positives Körper- und Selbstwertgefühl sowie um deine Verbundenheit mit deinen Mitmenschen und der Natur. Dazu empfiehlt Luthmann, dass du dir Zeit nimmst, um deine bisherige Lebens- und Arbeitsweise zu überdenken: Was sind deine Stressoren? Wie bist du bislang mit ihnen umgegangen? Und wie könntest du sie besser handhaben? Insgesamt geht es darum, sich einen gesunden und nachhaltigen Lebensstil anzugewöhnen mit ausreichend Sport, gutem Essen, genug gesundem Schlaf, einem durchdachten Zeit-Management und noch vielem mehr.Wichtige Fragen sind:Nehme ich mir im Alltag regelmäßig Zeit für die Reflexion?Übe ich mich in Achtsamkeit?Fühle ich mich mit mir, meinen Mitmenschen und der Natur verbunden?Was sind meine Bedürfnisse?Was ist meine Motivation? Was sind meine Träume, Ziele, Wünsche?Was sind meine typischen Stressoren? Und wie kann ich mit ihnen besser umgehen?Wie kann ich meine Aufmerksamkeit auf die wirklich wichtigen Dinge fokussieren?Wie strukturiere ich meinen Arbeitsalltag ganzheitlich?Habe ich genug Bewegung?Esse ich gesund? Trinke ich genug?Gibt es ausreichend Spiritualität in meinem Leben? Wie praktiziere ich dies?Wenn du in Sachen „Selbst- und Arbeitsorganisation“ noch weitere Informationen suchst, dann schau dir doch mal einen der folgenden Artikel an:Getting Things done – Bullet Journaling – Deep Work3. Kollektive ResilienzstrategienKollektive Resilienzstrategien bedeutet, dass eine Organisation, eine Gruppe oder ein Unternehmen für eine Selbstorganisation sorgt, in der der Einzelne widerstandsfähiger wird. Gut ist es, wenn dem eine interne Strukturanalyse vorausgeht, wie Luthmann sie auch mit der 1. Säule des Nachhaltigen Aktivismus fordert. Aus solchen Analysen ergeben sich vielleicht schon die ein oder anderen wichtigen Maßnahmen: Wie können Eltern kleiner Kinder in besonderer Weise Unterstützung finden? Wie kann die Gruppe mit Menschen umgehen, die von einem Burnout betroffen sind? Oder wie lässt sich der Zugang zur Gemeinschaft für die Menschen öffnen, die in irgendeiner Weise anders sind (etwa, weil sie aus einer anderen Gesellschaftsschicht kommen)?Einer der wichtigsten Punkte, die eigentlich alle Organisationen betreffen, ist die Kommunikation. Hilfreich ist es, wenn sich die Mitglieder in der sogenannten „Gewaltfreien Kommunikation“ von Marshall Rosenberg üben (wenn dies nicht zum Dogma wird!). Aber auch durchdachte Praktiken der gemeinsamen Entscheidungsfindung (siehe dazu unseren Artikel Entscheidungsfindung im Team), Mediationsmöglichkeiten bei Konflikten oder ausreichen Zeit für Wertschätzung und Zuhören sind extrem wichtig. Nur so können Menschen in Gemeinschaft zusammenwachsen, von einander lernen und sich gegenseitig unterstützen.Wichtige Fragen sind:Brauchen wir eine digitale Kommunikationsstruktur?Wie treffen wir gemeinsam Entscheidungen?Wie lösen wir Konflikte?Wie sorgen wir für eine transparente und faire Machtstruktur bzw.Organisationsstruktur?Wie sichern wir eine nachhaltige Finanzierung?Wie sorgen wir dafür, das alle genug Zeit für die Reflexion und Regeneration bekommen?Wie gehen wir mit interner Diskriminierung und Gewalt um?Welche Unterstützung geben wir jungen Eltern?Wie unterstützen wir Menschen, die von Burnout bedroht oder betroffen sind?Wie gehen wir mit Traumata um?Wie schaffen wir eine gemeinsame Vision, die alle motiviert?Haben wir gemeinsame Leitlinien für die Kommunikation und den Umgang untereinander?LesetippPolitisch aktiv sein und bleibenHandbuch Nachhaltiger AktivismusTimo LuthmannUnrast Verlag, ISBN 978-3-89771-250-8, 19,80 Eurohttps://nachhaltigeraktivismus.org

Dr. Duncan Green: How Change happens

Dr. Duncan Green: How Change Happens

Duncan Green: Den Wandel planen

Dr. Duncan Green berät Oxfam strategisch und lehrt an der London School of Economics. Er hat das Buch »How Change Happens« darüber geschrieben, wie sozialer Wandel funktioniert. Das wollten wir natürlich von ihm wissen. Wir alle wollen wissen, wie wir die Welt verändern können! Haben Sie eine Antwort?Ich denke schon. Oder zumindest habe ich ein paar Erkenntnisse, die besonders für Aktivisten relevant sind. Allen voran die, dass Veränderungen nicht geschehen, weil es einen bestimmten Menschen gibt. Sie entstehen unbeabsichtigt und im Rahmen eines Systems. Das bedeutet: Menschen, die absichtlich Veränderungen voranbringen wollen, müssen sich in Bescheidenheit üben. Sie müssen erkennen, dass sie einem Prozess, der ohnehin abläuft, nur ein bisschen etwas hinzufügen oder entziehen können.Außerdem ist Veränderung kein kontinuierlicher Prozess. Es gibt Momente der Chancen und Momente der Risiken. Während dieser Schlüsselmomente können Aktivisten mehr Reaktionen hervorrufen, als normalerweise. Aber sie können nicht in Form von Projekten vorgehen oder einen guten Plan für die nächsten drei Jahre entwickeln. Sie können sich nur an diesen Momenten, diesen Fenstern orientieren. Alles andere ruft keine großen Veränderungen hervor. Deshalb ist meine Antwort auf Ihre Frage auch keine große Theorie. Vielmehr stelle Sie vor ein paar Herausforderungen, über die Sie nachdenken können: wie können Sie sich sinnvoll verhalten?Wieso sind Projektpläne ein Problem?Das Risiko ist, dass Aktivisten zu professionell werden. Sie verbringen dann viel Zeit damit, ihre Techniken als Aktivist zu optimieren. Der eine setzt sich zum Beispiel mit großen Unternehmen zusammen, um sie von einem gemeinsamen Projekt zu überzeugen. Ein anderer weiß vielleicht, wie man am besten eine Demonstration organisiert oder die beste Online-Kampagne macht. Aber diese Fähigkeiten werden irgendwann zu einer Zwangsjacke. Denn die Leute denken dannmehr darüber nach, was sie tun werden – das nenne ich die Theorie der Aktion – und weniger, wie sich die Welt gerade verändert – das ist die Theorie des Wandels.Und sobald sich die Aktivisten ins Zentrum ihrer Überlegungen stellen, sind sie sich weniger des Systems um sie herum bewusst. Dann nehmen sie die Chancen und Möglichkeiten der Veränderung nicht mehr wahr. Das führt dann dazu, dass Menschen sagen: »Wir haben doch immer dieses und jenes organisiert – lass uns das hier auch wieder machen.« Doch das hat viel weniger Einfluss auf Veränderungen, als wenn Aktivisten wissen, wie sie mit einem System tanzen können. Man spricht dann von einer agilen Projektplanung, mit der sie sich geschickt auf die Veränderungen in ihrem Umfeld einstellen können.Wie können wir dann den Wandel planen?Also, als erstes: Gut schlafen! Ausreichend Pausen machen. Nicht denken, dass wenn wir noch zwei Stunden mehr pro Tag arbeiten, würden wir die Veränderungen bewirken können, die wir uns wünschen. Wir sollten aufhören, über uns selbst nachzudenken und stattdessen die Welt beobachten. Nun gibt es unterschiedliche Möglichkeiten des Beobachtens. Man kann das Leben der anderen leben. Wenn man zum Beispiel in der ländlichen Entwicklung arbeitet, kann man mal eine Weile in einem typischen Dorf leben – ohne irgendetwas ändern zu wollen. Einfach nur, um alles zu beobachten und wahrzunehmen und Teil dieser Welt zu sein. Das gibt einem viele neue Ideen und Einsichten.Dann kann man durch Lesen beobachten, das ist ganz wichtig – und zwar nicht nur Kampagnenbücher. Und vor allem kann man gut beobachten, in dem man genau zuhört! Aktivisten sind ja oft in einem Sendemodus und nicht in einem Empfängermodus. Daher müssen die meisten lernen, besser zuzuhören. Mein Sohn arbeitet zum Beispiel für eine NGO mit dem Namen »Citizens UK« und er macht tatsächlich Zuhör-Kampagnen. Dabei fragen sie zum Beispiel Menschen aus London: „Was macht dein Leben schwierig?“ Und erst auf Basis dessen, was sie da zu hören bekommen, machen sie ihre eigentliche Kampagne. Das ist ein Zugang, der meiner Meinung nach viel besser funktioniert, als zu sagen »Wir wissen, was zu tun ist«. Nicht zuhören zu können, kann unglaublich blind machen.Aber irgendwann muss man doch in Projekten denken. Wie plant man ohne zu planen?Man muss für die Ungewissheit planen. Das ist fast so, als würde man planen ohne einen Plan. Natürlich plant man. Man investiert Geld in eine bestimmte Richtung und organisiert Menschen und Ressourcen für einen bestimmten Zweck. Aber man weiß, dass das, was man als seine Ausgangsposition annimmt, nur eine erste Vermutung ist. Und dass man mehr dazu lernt, sobald man mit dem Projekt beginnt. Dadurch gestaltet man eine Kampagne oder anderes so, dass immer wieder neue Aspekte, die man unterwegs erfährt und lernt, mit einfließen können.Das ist vor allem eine Frage der Geisteshaltung. Zum Beispiel kann man dann alle drei Monate einen Tag freihalten, an dem das Team darüber diskutieren kann, was gerade um sie herum geschieht. Ob sie sich damit identifizieren können. Was funktioniert und was nicht. Was sie gelernt haben. Was sich verändert hat. Und wie sie die Kampagne an diese neuen Erkenntnisse anpassen können. Und dann arbeiten sie wieder drei Monate und treffen sich dann erneut. Das bedeutet also nicht, dass man gar keinen Plan hat und alles komplett offen ist. Aber man etabliert ein System, das das Nachdenken und Überarbeiten ermöglicht.Dabei besteht allerdings die Gefahr besteht, dass man eine Analyse-Paralyse erleidet. Dann diskutieren die Menschen endlos, was am besten funktionieren würde. So klappt das mit den Veränderungen auch nicht. Vielmehr brauchen die Leute den Rückhalt, dass sie Dinge ausprobieren und auch mal damit scheitern können. Dazu braucht es einen sicheren Ort, an dem sie ihre Aktivitäten reflektieren und auswerten können. Wo sie Zweifel und Überlegungen für Veränderungen einbringen können.Das bedeutet, dass wir eine gute Balance zwischen „Activism“ und „Reflectivism“ brauchen. Wenn es zu viel „Activism“ gibt, dann tun die Menschen möglicherweise viele Dinge, die keine Wirkung haben. Und wenn es zu viel „Reflectivism“ gibt, dann endet man so wie ich und macht sich nur noch Gedanken über alles mögliche (lacht).Wie kommt man zu einer guten Balance zwischen „Activism“ und „Reflectivism“?Ich habe kein Rezept, das zeigt, was man tun muss, um ein erfolgreicher Weltveränderer zu sein. Ich denke, wir müssen vielmehr einen bestimmten mentalen Zustand anstreben. Und dieser mentale Zustand zeichnet sich durch Neugier aus. Manchmal sind Aktivisten einfach müde. Wenn man ihnen von etwas Neuem erzählt, sagen sie einfach »Ich will nur noch mit meiner Kampagne weitermachen.« So wird es keine Veränderungen geben.Aktivisten müssen einfach neugierig sein. Das bringt uns wieder zu der Tatsache, dass Arbeitstage von 20 Stunden nicht sinnvoll sind. Wenn man so viel arbeitet, ist man nicht mehr neugierig. Dann ist man nur noch überlastet und müde. Daher ist die Fähigkeit der Selbstfürsorge wichtig. Und die Art und Weise, wie man auf das eigene Leben blickt.Außerdem müssen Aktivist bescheiden sein. Und da geht es um eine Bescheidenheit, die auf dem Wissen basiert, dass man in einem so komplexen System niemals wissen kann, was geschieht und wie sich Veränderungen auswirken werden. Das ist für Aktivisten oft sehr schwer zu akzeptieren. Denn ein Teil ihrer Persönlichkeit ist es, große Zuversicht auszustrahlen und den anderen zu sagen »Ihr könnt mir folgen, ich kenne die Antworten.«Das ist die wahrscheinlich schwierigste Erkenntnis des Buches, dass Aktivisten in einer dissonanten und widersprüchlichen Welt leben müssen. Auf der einen Seite müssen sie Führungsqualitäten zeigen und auf der anderen müssen sie die Mehrdeutigkeit und Ungewissheit akzeptieren. Das ist wohl auch ein Grund, warum Aktivisten oft so gestresst sind.Und wenn es um die Fragen geht – das steht nicht in dem Buch, aber da geht es um Fragen wie: Wie verändert sich das System ohne mich? Wie verstehe ich Macht in dieser Situation? Wer sind die Protagonisten? Was könnte sie überzeugen, etwas zu verändern? Also alle Fragen, die helfen zu verstehen, wie man Veränderungen bewirken könnte. Und dann natürlich sich danach zu orientieren.Wie kann ich am besten verstehen, wie ein System funktioniert?Das hängt von dem System ab. Da sollte man Bücher lesen, mit eine möglichst großen Bandbreite an Menschen sprechen, offen sein. Man muss so eine parlamentarische Haltung entwickeln, mit der man für die unterschiedlichsten Sichtweisen und Informationen offen ist. Geht es um ein kleines, lokales System, dann sollte man mit den Nachbarn sprechen. Und zwar nicht nach dem Motto »Sind sie auf meiner Seite oder nicht?«Es geht auch darum, Menschen zu finden, die nicht so sind wie du, um mit ihnen zu arbeiten. Bei Aktivisten gibt es oft eine Monokultur. Da findet man große Gruppen von Menschen, die exakt gleich denken: »Wir halten den Brexit für eine fürchterliche Idee«, »Wir mögen niemanden, der religiös ist« und so weiter. Und so gibt es da Gruppen, die irgendwann die Verbindung zu den realen Menschen in der realen Welt um sie herum verloren haben.Bist du ein Optimist oder ein Pessimist?Beides! Das hängt von der Zeitskala ab, die man betrachtet. Wenn wir uns anschauen, was seit dem 2. Weltkrieg geschehen ist: Die Dekolonisierung – da gibt es 70 Jahre eines atemberaubenden Fortschritts. Allein die Medizin ist so weit wie noch nie zuvor in der Geschichte der Menschheit. Also Gesundheit, Bildung, Recht. Das ist erstaunlich. Wenn man sich das ansieht, dann kann man nicht anders, als ein Optimist zu sein.Aber wenn man sich einen kürzeren Zeitraum anschaut, dann sieht man eine ganze Reihe von negativen Trends: Bei der Demokratie, den Rechten sogar bei Konflikten – die gingen die ganze Zeit zurück, doch in den letzten drei Jahren haben sie wieder zugenommen. Also da gibt es schon genug Anlass, um weniger optimistisch zu sein.Wenn man in die Zukunft schaut gibt es massive Risiken. Ich weiß nicht, was die größere Gefahr ist: ein nuklearer Krieg oder die Klimakrise. Aber beide sind sehr groß. Und die entscheidende Frage hierbei ist, ob wir genug Intelligenz als Organisation einer Spezies haben, um mit diesen systemischen Gefahren umzugehen. Und ehrlich gesagt: Ich habe keine Ahnung. Gerade bei der Klimakrise sieht man, wie es eine Mischung aus Technik und Desaster gibt und die Politik nicht in der Lage ist, damit umzugehen. Ich glaube nicht, dass die Menschheit ausgelöscht wird. Aber die Klimakrise wird sehr unangenehm und garstig.Dr. Duncan Greenarbeitet für die internationale Hilfsorganisation Oxfam als strategischer Berater. Außerdem ist er Professor „in practise“ an der London School of Economics. Dort hält er Vorlesungen im Master-Studiengang für internationale Entwicklung. Daneben hat er das Buch „How Change Happens“ geschrieben. Das kannst du dir in gedruckter Version bestellen oder als PDF kostenlos herunterladen: http://how-change-happens.com

Die Karte der Mitstreiter: Vorlage zum Herunterladen und Ausfüllen
Karte der Mitstreiter

individuell sozial

Du hast einen Traum, ein Projekt, eine Idee oder eine Initiative, die Mitstreiter braucht? Dann nutze die Karte der Mitstreiter, um deine Strategie für ein tragfähiges Unterstützernetzwerk zu entwickeln. Niemand kann einen Traum, eine Idee oder ein Projekt alleine verwirklichen. Wir alle brauchen dafür andere Menschen, die uns unterstützen – und sei es auch nur mit einem offenen Ohr und ermutigenden Worten. Dabei haben wir im Laufe der Zeit immer wieder gemerkt, dass sich viele schwer damit tun, ihr Unterstützernetzwerk zu finden. Sie schaffen es vielleicht zwar eine zeitlang, einen Kreis von Menschen um sich zu scharen und für die Sache zu begeistern. Doch nur allzu schnell ist das Interesse auch schon wieder erloschen und sie wenden sich anderen Dingen zu.Versetzt man sich auf die Seite der anderen, so wird auch schnell klar, warum das so ist: Unser aller Leben ist voll mit Erfordernissen, Sachzwängen, Möglichkeiten und Verpflichtungen. Hand auf's Herz – die meisten von uns sind doch froh, wenn endlich alles Notwendige getan ist und man einfach mal Zeit für sich hat. Sich dann noch für ein weiteres Projekt zu verpflichten oder auch nur zu interessieren, fällt vielen nicht gerade leicht. Da muss es sich schon um eine ganze besondere Sache und/oder ganz besonders tolle Gruppe von Menschen handeln, die da in einem Unterstützernetzwerk zusammenkommen.Wenn du also Mitstreiter für ein Projekt, eine Idee oder eine Sache suchst, ist das nicht gerade leicht. Deshalb ist es wichtig, dass du dir dazu einige Gedanken machst – und dir genau überlegst, wie du mit den unterschiedlichen Gruppen umgehen könntest. Unsere „Karte der Mitstreiter“ hilft dir dabei, eine durchdachte Strategie zum Aufbau deines Unterstützernetzwerkes zu entwickeln.VorlageLade dir das PDF herunter und drucke es aus, um eine Vorlage für deine Karte der Mitstreiter zu haben.Karte der Mitstreiter (PDF)So erstellst du deine Karte der MitstreiterNimm dir rund 45 Minuten Zeit und such dir einen ruhigen Ort. Lade dir die Vorlage für die Karte der Mitstreiter herunter und drucke sie dir aus. Trage nun ein:1. Deine WidersacherAuf der linken Seite deiner Vorlage findest du vier Kästchen mit einem Bizeps darin. Das sind die Felder für deine Widersacher. Überlege dir, welche deiner Widersacher aktiv sind – also konkret gegen dein Projekt, dein Thema oder deine Idee vorgehen, durch Worte und/oder Tagen. Diese kommen ganz nach links. Unterteile sie in die aktiven Widersacher, die viel Einfluss haben (sie kommen in das Kästchen oben) und in diejenigen mit wenig Einfluss (sie kommen in das Kästchen unten). Genauso gehst du mit den passiven Widersachern um. Das sind Menschen, Organisationen oder Institutionen, die zwar gegen deine Sache eingestellt sind, aber nichts konkret dagegen unternehmen.2. Deine MitstreiterAuf der rechten Seite findest du vier Kästchen für deine Mitstreiter. Sie enthalten alle ein Herz. Auch hier gibt es passive Mitstreiter, die zwar für deine Sache sind, aber nicht aktiv werden – und aktive Mitstreiter, die sich mit Worten und/oder Tagen für dien Projekt, deine Idee oder dein Thema engagieren. Oben trägst du wieder jeweils die passiven oder aktiven Mitstreiter mit viel Einfluss ein, unten diejenigen mit wenig Einfluss.3. Deine StrategieDu kennst nun deine Pappenheimer. Nun geht es darum, eine Strategie zu entwickeln, wie du aus aktiven Widersachern passive machst – aus passiven Widersachern passive Mitstreiter – und aus passiven Mitstreitern aktive. Versuche also alle Menschen, Organisationen und Institutionen von links nach rechts zu bewegen, Schritt für Schritt. Das ist natürlich besonders bei denjenigen wichtig, die über viel Einfluss verfügen. Wichtig ist dazu, dass du diesen Menschen genau zuhörst: Was genau mögen sie an deiner Idee, deinem Projekt oder deinem Thema nicht? Hast du Mittel und Möglichkeiten, um sie davon zu überzeugen (sie also zu Mitstreitern zu machen)? Und wenn nicht: Was könntest du tun, um ihnen zumindest die Lust und Motivation zu nehmen, konkret gegen dich zu agieren? Diese Übung ist auch eine gute Maßnahme, um sich auf mögliche Shitstorms vorzubereiten.4. Ermächtige deine MitstreiterZeitgleich kannst du dir aber auch überlegen, wie du den aktiven Mitstreitern mit wenig Einfluss mehr Einfluss verschaffst: Was kannst du tun, um sie zu ermächtigen? Könntest du ihnen eine Stimme geben? Könntest du ihnen in Workshops die Fähigkeiten vermitteln, die sie brauchen, um gehört zu werden?Tipp: Nimm dir für diese Übung Zeit. Wenn du möchtest, kannst du auch aktive und passive Mitstreiter dazu einbinden. Je mehr Menschen, desto mehr Ideen kommen zusammen. Wähle im Anschluss daran aus, welche Maßnahmen jetzt gerade möglich und sinnvoll erscheinen, um dein Unterstützernetzwerk aufzubauen. Es lohnt sich auch, diese Übung immer mal wieder zu machen, weil sich das Umfeld um dein Projekt, deine Idee oder deine Initiative herum immer wieder verändert. 

Verlosung: Verschenke ein Buch

Kennst du einen Menschen, der eine super Idee hat für eine öko-soziales Projekt – oder der ein ganz tolles Projekte für den öko-fairen Wandel bereits am Laufen hat? Und würdest du diesem Menschen gerne eine Freude machen, ihm Inspiriation, Ermutigung und Anregungen schenken?Dann mach mit bei unserer Verlosung!Zum Start unseres neuen Buches "Faironomics" verlosen wir 5 x 1 Exemplar.Du kannst bis zum 10. Juni 2019 (24 Uhr) teilnehmen. Und so einfach geht das:Schritt 1: Wer soll das Buch bekommen?Schreibe unter diesem Beitrag als Kommentar, auf Facebook oder per Email, wem du warum das Buch schenken möchtest. Du kannst dabei Namen und Projekt nennen (inklusive Website oder Facebook-Seite) – oder das Ganze anonym machen (so nach dem Motto "Mein Nachbar organisiert ein Repair-Café" oder "Meine Schwester will sich mit einem Unverpackt-Laden selbständig machen")Schritt 2: Wie lautet die Widmung?Schreibe uns – wenn du möchtest – auch deinen Text für die Widmung! Das ist deine Gelegenheit, ihm oder ihr zu sagen, warum du es so toll findest, was er oder sie macht!Schritt 3: Gewinne mit etwas Glück!Schreibe uns bis zum 10 Juni 2019 um 24 Uhr! Denn am 11. Juni ziehen wir die fünf Gewinner*innen! Wir nehmen Kontakt zu dir auf. Wenn du eine Widmung möchtest, schreiben wir sie dir ins Buch und senden es dir zu.Wir wünschen dir viel Glück und drücken dir die Daumen!!!