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Übung: Verändere dich! Eine Anleitung für deine persönliche Transformation
Verändere dich!

individuell ökologisch sozial

Komm raus aus deinem Hamsterrad und mach dir klar, was dir in deinem Leben wirklich wichtig ist. Wie das geht? Da gibt es viele Möglichkeiten. Eine davon zeigt dir diese Übung: 1. Tun oder lassen? Nimm dir ein bisschen Zeit, ein Blatt Papier, einen Stift und unterteile dein Blatt in drei Spalten. Über die erste Spalte schreibst du »Aufhören!«. Hier trägst du alles ein, was du künftig nicht mehr machen möchtest. Die zweite Spalte bekommt die Überschrift »Weitermachen!« und enthält all das, was du fortführen oder weiterverfolgen möchtest. Und über die dritte Spalte setzt du ein »Loslegen!« und notierst darunter alles, was du neu oder anders machen willst. 2. Was sind deine Werte? Nimm dir nun noch ein Papier und notiere möglichst spontan und aus dem Bauch heraus alle Werte in einer Liste untereinander, die dir in deinem Leben wichtig sind. Das können Begriffe sein wie Ehrlichkeit, Liebe, Gerechtigkeit, Sicherheit, Freiheit oder Abenteuer. Wenn dir das schwerfällt, dann frage dich, welche Eigenschaften du an anderen schätzt und leite daraus Werte ab, wie beispielsweise Zuverlässigkeit oder Lebensfreude. 3. Zielabgleich Je stärker deine Träume und Ziele mit deinen Werten übereinstimmen, desto leichter und besser wirst du sie erreichen. Gleiche also deine Weitermachen- und Loslegen-Listen mit deinen Werten ab: Welche Punkte in den Spalten passen zu welchen Werten? Oder widerspricht sich manches? Markiere die Werte, die zu einem Vorhaben passen, mit einem Strich. So siehst du, welche Werte dir besonders wichtig sind. Wenn du willst, kannst du daraus ein Bild machen und es dir aufhängen.

Wir verlosen 5 mal ein Exemplar "Faironomics" an Menschen, die anderen eine Freude machen wollen.
Verlosung: Verschenke ein Buch

Kennst du einen Menschen, der eine super Idee hat für eine öko-soziales Projekt – oder der ein ganz tolles Projekte für den öko-fairen Wandel bereits am Laufen hat? Und würdest du diesem Menschen gerne eine Freude machen, ihm Inspiriation, Ermutigung und Anregungen schenken?Dann mach mit bei unserer Verlosung!Zum Start unseres neuen Buches "Faironomics" verlosen wir 5 x 1 Exemplar.Du kannst bis zum 10. Juni 2019 (24 Uhr) teilnehmen. Und so einfach geht das:Schritt 1: Wer soll das Buch bekommen?Schreibe unter diesem Beitrag als Kommentar, auf Facebook oder per Email, wem du warum das Buch schenken möchtest. Du kannst dabei Namen und Projekt nennen (inklusive Website oder Facebook-Seite) – oder das Ganze anonym machen (so nach dem Motto "Mein Nachbar organisiert ein Repair-Café" oder "Meine Schwester will sich mit einem Unverpackt-Laden selbständig machen")Schritt 2: Wie lautet die Widmung?Schreibe uns – wenn du möchtest – auch deinen Text für die Widmung! Das ist deine Gelegenheit, ihm oder ihr zu sagen, warum du es so toll findest, was er oder sie macht!Schritt 3: Gewinne mit etwas Glück!Schreibe uns bis zum 10 Juni 2019 um 24 Uhr! Denn am 11. Juni ziehen wir die fünf Gewinner*innen! Wir nehmen Kontakt zu dir auf. Wenn du eine Widmung möchtest, schreiben wir sie dir ins Buch und senden es dir zu.Wir wünschen dir viel Glück und drücken dir die Daumen!!!

Vivian Dittmar: Wer Träume verwirklichen will, muss Spüren lernen.

Vivian Dittmar: Spüren lernen

Gerald Hüther: Warum unser Gehirn Veränderungen verhindert und wie wir das ändern können
Gerald Hüther: So geht Umdenken

Wieso fällt es uns so schwer, unser Leben zu verändern – obwohl es doch offensichtlich höchste Zeit wäre?Schöner und auch wissenschaftlich nachweisbar wäre es zu fragen: Menschen haben ein so formbares Gehirn, dass sie dort Vernetzungen aufbauen können, die sie in die Lage versetzen überall dort zu leben, wo andere Menschen auch schon mal gewesen sind. Das reicht vom Amazonasindianer bis zum New-York-City-Bürger. Es gibt kein anderes Lebewesen auf der Erde, das so veränderbar und unterschiedlich in der individuellen Ausprägung wie der Mensch. Denn wir Menschenkönnen im Laufe unseres Lebens Erfahrungen machen und sie auch noch im Gehirn verankern. Dadurch entsteht eine enorme Vielfalt menschlicher Daseinsweisen und neurobiologischer Vernetzungen im Hirn. Oder anders gesagt: Wir Menschen können alles werden.Aber warum halten wir dann so fest an dem, was wir vorfinden? Das hat einen anderen Grund. Nämlich den, dass unser Gehirn dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik folgt und deshalb seinen Energieaufwand so gering wie möglich hält. Alles, was im Gehirn passiert, ist daraufhin optimiert. Nun ist der Energieverbrauch sogar im Ruhezustand mit rund 20 Prozent der vom Körper bereit gestellten Energiereserven immens.Sobald jemand anfängt nachzudenken, ein Problem zu lösen oder sich gar zu verändern und dabei in eine ungewisse Zukunft zu blicken, steigt der Energieverbrauch. Und das führt dazu, dass wir so etwas lieber lassen. Am wenigsten Energie verbraucht das Gehirn, wenn es in einem Zustand ist, in dem alle passt und den wir „in Kohärenz“ nennen. Diesen Zustand wollen wir unbewusst immer anstreben. Der Versuch, sein Leben zu verändern, wird deshalb als Störung, als Inkohärenz wahrgenommen. Man weiß nicht, ob die Veränderung gelingt und ob man hinterher besser dasteht als vorher. Das verbraucht eine Unmenge von Energie. Und deshalb versuchen wir dann schnell wieder alles passend zu machen – meist mit dem Griff nach dem Altbekannten. Deshalb verharren wir lieber in unglücklichen Zuständen, als uns ins Neue hinauszuwagen.Was kann uns denn dennoch dazu bringen?Dazu gibt es nur eine Antwort: Wir sind dazu bereit, wenn wir wissen, wozu es gut ist. Mit anderen Worten: wenn wir ein in die Zukunft weisendes, Kohärenz stiftendes Anliegen haben. Also wenn uns das, was in ferner Zukunft liegt, wichtiger ist, als das, was der Augenblick uns an Beruhigungspillen liefert.Wie ein Lebenssinn, eine Gemeinschaft oder ein gemeinsames, höheres Ziel?Ja, in früheren Jahren waren das über viele Generationen hinweg religiöse Überzeugungen. Da wollte man in den Himmel kommen oder was weiß ich was. Als diese Vorstellung kaputt ging, suchten die Menschen ihr Heil in kurzfristigeren Zielen. Das nutzt die Wirtschaft aus und bedient dieses Bedürfnis.Wollen sie das auch mit der Akademie für Potentialentfaltung erreichen?Ihre Frage deutet an, dass Sie – unserem heutigen Trend folgend – die Potentialentfaltung als ein individuelles Geschehen betrachten. Die Antwort heißt aber: Es gibt den einzelnen Menschen gar nicht. Es gibt auch nicht das einzelne Gehirn. Es hängt immer noch ein Körper dran und ein ganzes soziales Erfahrungsnetzwerk. Daher kann man seine Potentiale – also diese wunderbare Möglichkeit, dass unser Hirn Zeit unseres Lebens immer wieder etwas Neues dazu lernen kann – nur in Gemeinschaft mit anderen zur Entfaltung bringen. Deshalb arbeiten wir in der Akademie für Potentialentfaltung an der Frage: Wie ist es möglich, dass Menschen in Gemeinschaften so zusammenwirken, dass es zur Entfaltung der im Einzelnen angelegten Möglichkeiten kommt?Die Gemeinschaften, die wir bisher kennen, sind hierarchisch organisiert. Einer macht sozusagen den Anführer und die anderen folgen ihm. Wir haben keine Erfahrung damit, wie wir eine Gemeinschaft bauen können, in der die Menschen einander vertrauen und in die Kraft helfen. Wir kommen kurzfristig mit Gleichgesinnten zusammen, um gegen irgend etwas anzurennen. Das halten wir dann schon für eine Gemeinschaft. Doch im Grunde ist das eine Kampfgruppe. Doch wie wir Gemeinschaften aufbauen, in denen jeder den anderen dabei unterstützt, seine Potentiale zu entfalten, müssen wir erst noch lernen.Der Schlüssel ist, dass das nur geht, wenn sich Menschen als Subjekte begegnen. Und wenn sie sich gegenseitig nicht in hierarchischen Ordnungsstrukturen zwangsläufig zum Objekt ihrer Begierde, ihrer Absichten und Ziele, ihrer Bewertungen, Erwartungen, Maßnahmen und Belehrungen machen. Wenn jemand erleben muss, dass er zum Objekt gemacht wird, kommt es zur schwerwiegendsten Kohärenzstörung in seinem Hirn. Das ist sozusagen die schwierigste seelische Verletzung, die man jemandem antun kann, denn dies verletzt gleichzeitig seine beiden Grundbedürfnisse: Das nach Verbundenheit und das nach Autonomie. Da das aber ein Kennzeichen aller hierarchischen Ordnungsstrukturen ist, ist es auch das, was die Menschen seit zehntausdenden Jahren beschäftigt. Aus diesem Objektrollen herauszufinden, kann uns nur gemeinsam gelingen. Wer versucht, alleine eine Lösung zu finden, macht meist die anderen zum Objekt seiner Lösung.Und haben Sie schon Erkenntnisse, wie wir so eine echte Gemeinschaft bekommen können?Wir haben zwei Ansätze, mit denen wir das versuchen. Eine hat sich als nicht ganz so brauchbar erwiesen. Dabei geben sich alle Menschen einer Gemeinschaft das Versprechen, dass sie sich gegenseitig eine Woche lang nicht zum Objekt machen. Danach kann alles wieder weiter gehen wie vorher. Wenn es jemandem in dieser Woche dann doch passiert, können die anderen ihn daran erinnern, dass sie das ja diese Woche nicht tun wollten. Das funktioniert im Prinzip schon. Aber meistens machen die Leute das mit einem starken kognitiven Anteil. Dann streiten sie sich darüber, ab wann man denn den anderen zum Objekt macht. Deshalb sind wir davon wieder abgekommen.Was viel besser funktioniert ist, dass man die Subjekt-Subjekt-Begegnungen in einer Gemeinschaft als einen sich selbst organisierenden und zwangsläufig einstellen Effekt erzeugt. Das geht, indem die Mitgliedern einer Gemeinschaft ein gemeinsames Anliegen entwickeln. Wenn allen Menschen einer Gemeinschaft – und interessant dabei ist, dass es umso besser ist, je unterschiedlicher sie sind – etwas wirklich am Herzen liegt und das nur zu verwirklichen ist, wenn sich alle in echter Gemeinschaft auf den Weg machen – dann kann keiner mehr den anderen zum Objekt machen. Dann muss man den anderen stärken. Sonst kriegt man das gemeinsame Anliegen nicht hin.Wie findet man so ein gemeinsames Anliegen?Wir legen weniger Wert auf die Gestaltung des Prozesse, als auf die Intention. Zunächst muss jemand zunächst einmal eine Stimmung erzeugen, in der die Menschen der Gemeinschaft darüber nachdenken, ob es überhaupt ein gemeinsames Anliegen gibt und was das sein könnte. Dann passiert es häufig von allein, dass die Menschen die Dimension begreifen und ihnen auch die Möglichkeiten aufgehen, die sie nur gemeinsam haben. Deshalb muss sich das ganze Augenmerk darauf richten, dass so ein Zustand entsteht.Zum Beispiel begleite ich hier in der Nachbarschaft mit der Akademie eine Kleinstadt. Ihr gemeinsames Anliegen ist es, die freundlichste Stadt in ganz Nordhessen zu werden. Und jetzt merken Sie, was das bedeutet. Jeder kann überlegen, ob das, was er da wollte, tatsächlich dazu führt, dass sie die freundlichste Stadt in ganz Nordhessen werden. Da gibt es eine junge Gruppe von Transition-Town-Leuten, die alles mögliche wollen. Die ganze Welt wollen die verändern. Und die kommen dann und sagen: Ja, aber da müssen wir jetzt noch mal nachdenken, was von dem vielen, was wir da wollen, überhaupt dazu beiträgt, dass unsere Stadt freundlicher wird. Und schon gibt es da einen gemeinsamen Boden der Realität. Das gilt auch für den Seniorenverein und den Kindergarten. Und dann geht es nur noch darum, dass man viele unterschiedliche Initiativen und Aktivitäten so unterstützt, dass etwas Spürbares in der Kommune daraus erwächst.Führt so eine Gemeinschaft automatisch zu einem öko-sozialen Wandel?Ich glaube, dass das der einzige Weg ist. All die anderen Versuche der letzten fünfzig Jahren – mit Appellieren und Aufklären, Demonstrieren und Fordern und Gesetze erlassen und Belohnungen aussetzen – sind Unsinn. Denn wir machen damit die Menschen immer zu Objekten. Wir müssen aber eine Form finden, in der die Menschen sich als Subjekte entscheiden können. Und das geht nur in einer Subjekt-Subjekt-Gemeinschaft.Wenn sich die Menschen dieser Stadt zum Beispiel dafür entschieden haben, ihre Stadt zur Freundlichsten in ganz Nordhessen zu machen, hat das viele unbeabsichtigte Nebeneffekte. Zum Beispiel, dass die Geburtenrate steigt. Oder dass es auf einmal wieder Zuzug gibt. Dass dann auch die Geschäftslage und damit das Budget der Kommune besser wird. Und auch, dass die Menschen bewusster miteinander umgehen. Dass führt dann dazu, dass sie bewusster mit den natürlichen Ressourcen umgehen. Als Nebeneffekt. Viele Weltretter halten das nicht aus, weil sie glauben, dass das zu lange dauert. Aber es nützt ja auch nichts, etwas schnell zu machen, das nichts bewirkt.Und im Augenblick versuche ich ein Anliegen in der Öffentlichkeit breit zu machen, das ist ja auch interessant. Man könnte mit den anderen zusammen ja auch versuchen darauf zu achten, dass die eigene Würde nicht verletzt wird. Da sind wir bei diesem Würdekompass, das haben Sie bestimmt auch gesehen. Und da ist ja auch so etwas. Da bemüht man sich gemeinsam um etwas, was man aber so gar nicht jemals so hundertprozentig erreichen kann. Aber wenn man das Thema Würde in der Öffentlichkeit so hochhebt, dann immer häufiger auch zur Diskussion stellt und sich immer mehr Leute fragen müssen, wie sie das mit ihrer Würde halten, dann kriegen Sie bald eine Situation, wo ein Bauer, der Glyphosat auf seine Felder versprüht, von irgendjemand gefragt wird, wie er das mit seiner Würde vereinbaren kann. Als Bauer, als Mensch, als Vater, als Bewohner dieses Ortes. Und da muss er dann erst einmal eine Antwort drauf finden.Denn eigentlich hat er sich diese Frage noch nie stellen müssen, weil da keine öffentliche Meinung da war. Weil das so tabuisiert worden ist diese Frage, dass er machen konnte, was er wollte. Er brauchte das nur ökonomisch zu rechtfertigen. Das als Mensch zu rechtfertigen ist eine völlig neue Dimension. Und das kann man auch für Investmentbanker machen und für Monsanto-Hersteller und weiß der Kuckuck was.Könnte das Thema „Würde“ ein gemeinsames Anliegen in unserer Gesellschaft insgesamt sein, das zu einer Subjekt-Subjekt-Gesellschaft führt?Dieses Anliegen versuche ich im Augenblick mit dem Würdekompass in der Öffentlichkeit breit zu machen. Dabei ist Würde aber immer etwas, was jeder für sich selbst bestimmt. Und dann braucht man andere, mit denen man das gemeinsam umsetzen kann. Wer das macht, ist als Konsument für diese Welt gewissermaßen untauglich. Der ist nicht mehr verführbar. Der macht andere Leute nicht mehr zu Objekten und stellt sich selbst auch nicht mehr selbst als Objekt zur Verfügung. Damit wird man automatisch jemand, an dem sich diese Konsumgesellschaft die Zähne ausbeißt.Dr. rer. nat. Dr. med. habil Gerald Hütherist Neurobiologe, Sachbuchautor und seit 2015 Vorstand der Akademie für Potentialentfaltung.Seine beruflichen Stationen sind: Biologiestudium, Forschungsstudium und Promotion an der Universität Leipzig, Habilitation an der Medizinischen Fakultät der Universität Göttingen. Wissenschaftliche Tätigkeit am Zoologischen Institut der Universität Leipzig und Jena, am Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin Göttingen, als Heisenbergstipendium der DFG und an der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen.Zu seinen wissenschaftlichen Themenfeldern gehören: Einfluss früher Erfahrungen auf die Hirnentwicklung, Auswirkungen von Angst und Stress und Bedeutung emotionaler Reaktionen.

Finde dein Ikigai: Druckvorlage bei www.faironomics.de
Martin Kirchner, Pioneers of Change

Martin Kirchner, Pioneers of Change

Übung mit Druckvorlage: Heldenreise Canvas bei www.faironomics.de
Heldenreise Canvas

individuell

Was treibt dich an? Was gibt deinem Leben Sinn? Wieso fällt es dir schwer ins Abenteuer zu ziehen? Fragen, den viele Menschen begegnen, die Träume verwirklichen wollen. Das Heldenreisen Canvas hilft dir, Antworten zu finden. Wir leben in einer Welt voller Mythen, Geschichten und Erzählungen. Die Werbung beschallt uns tagein und tagaus mit Bildern, wie wir sein, was wir tun oder haben sollten, damit wir beliebt oder auch nur akzeptabel sind. Die Lehrer*innen in der Schule haben uns gesagt, was wir tun, lassen, denken oder sagen sollen, um als gut genug befunden zu werden. Die meisten Eltern vermitteln ihren Kindern mehr oder weniger subtil, welche Erwartungen sie haben. Filme, Bücher und Theaterstücke zeigen uns, welche Rollen und Modelle es für uns in unserer Gesellschaft gibt. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen.Du weißt wahrscheinlich schon, dass über all den Bildern, Geschichten und Vorstellungen der anderen, unsere eigene Vision für unser Leben oft zu kurz kommt: Was ist es, was dich wirklich erfüllt? Was würde deinem Leben Sinn geben? Was würdest du tun, wenn du jeden Morgen voller Vorfreude aus dem Bett springst? Oder wenn Geld keine Rolle mehr spielen würde? Oder du nur noch ein Jahr zu leben hättest? All das sind Fragen, die dich auf den Kern deiner Mission stoßen können (wenn das nicht hilft, dann schau dir doch noch mal unsere Übung zum „Ikigai“ an).Heldenreise Canvas (PDF)Mach deine eigene HeldenreiseSeine eigene Geschichte zu erzählen, hat für uns aber den eigentlich Durchbruch gebracht. Der Mythenforscher Josef Campbell reiste letztes Jahrhundert durch die Welt und sammelte alle erdenklichen Mythen, Geschichten, Erzählungen und Märchen. Er fand dabei heraus, dass ihnen allen ein gemeinsames Schema zugrunde liegt: Die sogenannte Heldenreise. Das Besondere an ihr ist, dass nicht nur die Heldinnen und Helden einer Geschichte diese Reise durchlaufen – auch im realen Leben erinnern und erfahren wir genau die gleichen Schritte, wenn wir unsere Komfortzone verlassen, uns neuen Herausforderungen stellen und über uns hinauswachsen.Deshalb kannst du dieses Heldenreisen- oder auch Heroe's-Journey-Canvas nutzen, um dir deiner eigenen Heldenreise bewusst zu werden:1. Die neue WeltWas ist es, was dich in deinem Leben wirklich antreibt? Wie müsste die Zukunft aussehen, damit sich die Mühe lohnt, deinen bequemen Alltag hinter dir zu lassen? Welche Vision, welcher Traum wäre so groß, dass du das Risiko eingehst und etwas wirklich neues wagst?2. Das ElexierJede Heldin und jeder Held erhält im Laufe seiner Heldenreise das sogenannte Elexier. Dabei handelt es sich entweder um einen materiellen Gewinn (den Schatz, die Frau oder die Krone) oder um einen Immateriellen, wie eine neue Weisheit, Erkenntnis, Liebe oder Befreiung (von Angst etc.). Frage dich: Was wäre dein Elexier? Was würdest du lernen? Was müsstest du wissen, können oder mitbringen? Was würdest du gewinnen, wenn du deinen bequemen Alltag ein Stück weit aufgibst?3. Die tiefste HöhleAußerdem findet sich jeder Held und jede Heldin im Laufe ihrer Heldenreise in der tiefsten Höhle wieder. Hier trifft er oder sie auf ihren schlimmsten „Feind“. Das kann ein äußerer Feind sein oder auch ein innerer – eine Angst vor etwas, fehlendes Selbstvertrauen, Arroganz oder anderes. Der Clou ist, dass der Held oder die Heldin als eine neue Persönlichkeit wiedergeboren wird, wenn sie ihren Feind bezwingen kann – wenn sie also zum Beispiel ihre Angst oder ihren Hochmut ablegen kann. Was ist dein schlimmster Feind? Und was kann er dir beibringen?4. Deine WidersacherEs gibt aber nicht nur den einen, schlimmsten Feind. Eine gute Geschichte ist nur dann spannend, wenn der Held oder die Heldin auf Prüfungen, Hindernisse und Herausforderer trifft. Das ist genauso wie im wahren Leben – es wird auch nur dadurch lehrreich und spannend. Es hilft dir aber, gelassen und erfindungsreich mit ihnen umzugehen, wenn du dir im Vorfeld deiner Heldenreise schon überlegst, was an Prüfungen auf dich zukommen könnte. Deshalb: Schreib auf, wer deine Widersacher sein könnten. Das können Personen, Organisationen, Ereignisse, Entwicklungen, Gesetze, Weltbilder oder allgemeine Zustände und noch vieles mehr sein.5. Deine MentorenGenauso gibt es aber auch Menschen, Organisationen, Institutionen und Umstände, die dir Rückenwind für deine Heldenreise geben. Es ist wichtig, sie zu kennen, damit du dich bei Bedarf schnell und gezielt an sie wenden bzw. sie nutzen kannst. Überlege dir daher, wer dich auf deinem Weg unterstützen und voranbringen kann.6. Deine WeigerungAusnahmslos jede Heldin und jeder Held weigern sich zunächst, auf die Reise zu gehen. Das liegt daran, dass die gewohnte Welt so schön bequem ist. Gut, sie ist langweilig und nicht genau das, was dir für dein Leben so vorschwebte – aber du weißt wenigstens, woran du bist und was dich erwartet. Das vermittelt ein Gefühl von Sicherheit. Loszuziehen und etwas auf's Spiel zu setzen, sich selbst zu verändern und auch die Welt um sich herum – das erfordert Mut und Willenskraft. Sehr schnell sind wir deshalb dabei, alle möglichen Ausreden zu erfinden, warum wir unsere gemütliche Komfortzone nicht verlassen und mit der Verwirklichung unserer Träume loslegen können. Was sind deine Ausreden? Tipp: Wenn du auch dazu gehörst, aber irgendwie nicht weiter kommst, dann man doch mal die Übung des „Warum-Bohrers“ (siehe Kasten unten).7. Dein WeckrufWenn du dir nun all das ansiehst – was ist der eine Satz, den du dir als Botschaft, als Affirmation und Ermutigung aufschreiben möchtest? Es sollte ein kraftvoller Satz sein, der kurz und bündig das wirklich Wesentliche auf den Punkt bringt. Formuliere deshalb alles in aktiver und positiver Form. Es unterstützt dich bei deinem Vorhaben, wenn du diesen Satz schön auf ein Stück Papier schreibst und dieses irgendwo aufhängst, wo du es täglich siehst.Tipp: Der Warum-BohrerEine gute Möglichkeit, um Ausreden zu entlarven ist der Warum-Bohrer. Und der geht so: Nimm dir ein DIN-A4-Papier, lege es quer vor dich hin und male darauf eine Tabelle mit 3–5 Spalten und 5 Zeilen. Schreibe nun in jede Spalte oben einen Grund auf, warum du deinen Traum nicht verwirklichen kannst. Das könnte zum Beispiel etwas sein wie „Ich habe nicht genug Geld“ oder „Ich habe keine Zeit“ oder „Meine Frau will das nicht“. Und dann setzt du den Warum-Bohrer ein!Gehe dazu Spalte für Spalte vor und frage pro Argument fünfmal „Warum?“. Wenn du zum Beispiel geschrieben hast „Ich habe nicht genug Geld“ dann frage dich „Warum denke ich, dass ich nicht genug Geld habe?“ Die Antwort könnte sein „Weil ich dieses und jenes vorfinanzieren muss“. Dann könntest du wieder den Warum-Bohrer ansetzen und fragen „Warum musst ich es vorfinanzieren? Warum nutze ich nicht andere Möglichkeiten?“. Und die Antwort lautet vielleicht „Weil ich nicht von anderen Geldgebern abhängig sein will“. Dann könntest du als nächstes fragen „Warum willst du nicht von anderen Geldgebern abhängig sein? Was befürchtest du?“ Und so weiter und so fort.Du siehst vermutlich schon: Du kommst so zu tieferliegenden Schichten deiner Bedenken, Ängste und Zweifel – und zu den wahren Gründen, warum der Weg aus deiner Komfortzone heraus für dich schon ziemlich aufregend werden könnte.

Tiefe Ökologie, entwickelt von Joanna Macy
Tiefe Ökologie

Mit Verzweiflung umgehen und sich ermutigen

Wer sich für eine bessere Welt engagiert, muss sich mit bedrückenden Missständen und zum Teil existenziell beängstigenden Entwicklungen auseinander setzen. Die amerikanische Ökophilosophin Joanna Macy hat die Tiefe Ökologie entwickelt, um zu lernen, wie man sich diesen schwierigen Gefühlen stellen kann. Hast du manchmal Angst vor einem Super-GAU? Schämst du dich manchmal gegenüber den Tieren, die wir für uns ausbeuten? Bist du entsetzt angesichts des Artensterbens? Oder könntest du an manchen Tagen vor lauter Wut und Traurigkeit angesichts all der Missstände in dieser Welt nur noch laut aufschreien? Wenn ja, dann geht es dir so wie uns in manchen schweren Stunden. Es geht dir so wie den meisten Menschen, die sich für einen öko-sozialen Wandel einsetzen. Denn um die richtigen Entwicklungen, Schritte und Alternativen fordern oder gestalten zu können, müssen wir natürlich erst einmal hinschauen, was schief läuft.Dabei erkennen wir auch zwangsläufig, dass wir ein Teil der menschlichen Zerstörungswut sind. Wir können uns dem nicht komplett entziehen. Und für manches gibt es eben auch noch keine öko-fairen Alternativen (mehr darüber berichten wir in unserem Buch »Faironomics«). Wir können zum Teil einfach nicht anders, als mitspielen. Doch selbst in den Bereichen, in denen wir es anders machen, bleibt immer noch die verzweifelte Verwunderung darüber, dass so wenige andere Menschen das auch tun …Arbeit mit der VerzweiflungAndererseits müssen wir uns genau diesen dunklen Gefühlen stellen. Denn nur dann können wir erkennen, was wir Positives gestalten und beitragen können. Ja, wahrscheinlich ist genau das mit ein wesentlicher Grund, warum wir als Spezies sehenden Auges die Welt zerstören – und dennoch nicht von unserer Lebensweise lassen können: Es ist für viele zu schwer, belastend und entmutigend, sich der Verzweiflung zu stellen, die uns angesichts der Lage der Welt überkommt. Einfacher ist es, diese Gefühle einfach wegzusperren, zu ignorieren und zu verdrängen.Doch wir können nicht nur die negativen Gefühle ausblenden, meint Joanna Macy, die die Tiefe Ökologie entwickelt hat. Wir können nur alle Gefühle abschalten. Und das sieht man auch überall: Weil es einfacher ist, das Leid der Tiere nicht zu sehen, verlieren wir auch die positive Verbindung zu ihnen. Weil es bequemer ist, das Sterben der Natur nicht wahrzunehmen, entgeht uns auch ihre einmalige Schönheit und Bedeutung. Wer hingegen die negativen Gefühle zulässt, erfährt auch ein Wachsen der positiven Bindungen. Wir haben selbst erlebt, dass das stimmt! Auf einmal fallen die Barrieren, die man zwischen sich und den anderen Lebewesen auf der Erde errichtet hat. Ein Gefühl von Zusammengehörigkeit, Kreativität und Vertrauen macht sich breit – trotz all des Leids, das auch damit kommt.Der große WandelIn diesen Zeiten, in denen sich so vieles verändert, ist jedoch unser Mut gefragt, sich genau dem zu stellen. Wie wollen wir einen ökologischen Lebensstil entwickeln, wenn wir den Bezug zur Natur, den Pflanzen, Tieren und Ökosystemen verloren haben? Wie wollen wir fair und gerecht leben, wenn wir die Verbindung zu anderen Menschen gar nicht mehr spüren? Sich für eine bessere Welt einzusetzen, bedeutet deshalb immer auch, sich an „Die Arbeit, die wieder verbindet“ zu machen – wie die Tiefe Ökologie auch genannt wird.Genau dafür hat Joanna Macy in jahrzehntelanger Arbeit gemeinsam mit unzähligen Workshop-Teilnehmenden eine ganze Reihe von Methoden für di Tiefe Ökologie entwickelt. Sie alle helfen dir – alleine oder in Gemeinschaft mit anderen – dabei, dich wieder als ein Teil des großen Ganzen zu empfinden. Sie ermutigen und bestärken dich weiter zu machen. Und sie helfen dir auch dabei, mit Verzweiflung, Wut, Scham, Schuld und Trauer umzugehen.Die vier Stufen der Tiefen ÖkologieDie Vorwärtsbewegung unserer inneren und spirituellen Entwicklung erfolgt laut Joanna Macy in vier Stufen oder auch Schritten. Sie verbinden sich zu einer spiralförmigen Ablauf. Diese Spirale ist fraktal. Das bedeutet, dass alle vier Schritte in jedem dieser Schritte wieder zu finden sind. Und in diesen vier Schritten sind die vier Schritte wieder zu finden – und so weiter und so fort. Auf diese Weise können die Teilnehmenden eines Workshop der Tiefen Ökologie mehrmals durch die Stufen der Spirale gehen und dabei immer wieder unterschiedliche Erfahrungen sammeln.Weitere Infos und Trainingshttps://www.joannamacy.nethttps://tiefenoekologie.de

"Wer seine Würde bewahren will, müßte aufhören sich selbst und andere wie Objekte zu behandeln”, Gerald Hüther

Gerald Hüther, Akademie für Potentiale ...

"Glaube an Dich, vertraue den Menschen und liebe die Welt!", Marek Rohde, faironomics.de

Marek Rohde, faironomics.de

The Work: Lieben was ist

Glaubenssätze hinterfragen und innere Freiheit gewinnen

Vivian Dittmar über die Bedeutung der inneren Arbeit für den Aktivismus
Vivian Dittmar: Über innere Arbeit

Wer sich für eine bessere Welt engagieren will, muss auch sich selbst verändern. Der muss mit sich, seinen eigenen Bedürfnissen und Impulsen in Kontakt kommen, meint die Gründerin der „Be The Change Stiftung" Vivian Dittmar. Wie das geht? Das hat sie uns erzählt. Wie finde ich heraus, was ich in meinem Leben wirklich tun will?Es ist ein Phänomen unserer Kultur, dass die meisten von uns nicht wirklich wissen, was sie in ihrem Leben machen wollen. Das hat viel damit zu tun, wie wir Menschen bilden. Kleine Kinder haben ständig Impulse, was sie wollen und gehen ihnen nach: Handlungsimpulse, Spielimpulse, Lernimpulse, Kreativimpulse, Beziehungsimpulse … Dann kommt die Schule. Sie ist letztlich ein ganz großes Trainingslager, in dem sie lernen sollen diesen Impulsen nicht mehr nachzugehen. Statt dessen sollten sie das tun, was von außen vorgegeben wird, was andere für wichtiger halten.Dieses Training durchlaufen Kinder über viele Jahre, viele Stunden am Tag mit großer Konsequenz. Und das in einer Zeit, in der Menschen extrem formbar sind. Am Ende kommen da Menschen heraus, die nicht mehr im Kontakt mit sich sind. Das haben sie über Jahre abtrainiert. Und nach der Schule sollen sie dann aber auf einmal wissen, was sie wollen. Da sind viele total verloren. Entweder sie merken das gleich oder in der Midlife-Crisis oder irgendwo dazwischen.Die Erkenntnis „Ich weiß eigentlich gar nicht, was ich wirklich will und alles, was ich glaube zu wollen, ist doch irgendwie von außen aufgesetzt“ ist erstmal sehr schmerzhaft. Sie ist aber auch ein wichtiger Startpunkt. Von dort aus können sich Menschen auf den Weg machen. Das erlebe ich als einen inneren Klärungsprozess, der auf der einen Seite auf einer emotionalen Ebene stattfindet und auf der anderen Seite auf einer Willensebene.Und wie finde ich nun heraus, was ich wirklich will?Ganz wichtig ist, dass das kein intellektueller Prozess ist. Wir haben meist gelernt, Probleme intellektuell anzugehen und sich irgendwelche Fragen zu stellen. Das ist auch gut und schön. Doch wenn die Antworten nur auf einer intellektuellen Ebene kommen, hat das so eine Beliebigkeit. Der Verstand kann ja alles mögliche in alle möglichen Richtungen argumentieren. Irgendwann kommt man so nicht mehr weiter.Dann muss man den Modus wechsel und vom Denken zum Spüren kommen. Denn im Spüren offenbaren sich andere Denkweisen. Denkweisen, die ich das „transrationale Denken“ nenne. Authentische Impulse spüren wir über den Körper und die innere Wahrnehmung. So können wir zwischen einem echten, uns eigenen Impuls unterscheiden und einem Impuls, der von außen kommt. Das kann der Intellekt nicht.Wenn Menschen anfangen zu spüren, kommen die meisten von ihnen mit einem ganzen Haufen von Emotionen in Kontakt. Denn im Laufe der Zeit, haben sich viele nicht gefühlte Gefühle aufgestaut. Dadurch kommen sie zunächst gar nicht mit dem transrationalen Denken in Kontakt – also mit den Impulsen, der Intuition und ihrer Inspiration. Statt dessen sind nicht alle, aber viele Menschen mit etlichen Gefühle konfrontiert, die sie gar nicht fühlen wollen. Sie müssen dann diesen ganzen Emotionswust erst einmal aufräumen.Darunter verbergen sich die Bedürfnisse. Sie sind meistens erst einmal in einem sehr unreifen Zustand, weil sie so lange nicht gefühlt wurden. Und darunter befinden sich dann erst die authentischen Impulse. Deshalb geht es darum, dass wir lernen zu fühlen, zu integrieren, zu heilen und dadurch die Gefühle wieder frei klingen zu lassen. Wir müssen ein Bewusstsein dafür entwicklen, was unser eigentliches Bedürfnis in einer Situation ist. Und dann müssen wir tiefer gehen und zu schauen: Was ist da jetzt ein wirklich authentischer Impuls? Und was ist einfach so ein Ego-Bedürfnis oder ein unreifes Ach-das-hätte-ich-jetzt-gerne-mal ...?Wie lerne ich praktisch meine Impulse wieder zu spüren?Ich plädiere sehr für eine regelmäßige Praxis. Am besten ist es, sich ganz bewusst Räume zu schaffen, um das Spüren zu üben. Außerdem müssen wir das gemeinsam tun. Man kann versuchen, es alleine zu üben – aber das ist nicht sehr effizient. Es ist einfacher, wenn wir uns zusammentun und wenn wir uns gegenseitig unterstützen, indem wir uns zuhören. Denn das Zuhören hat eine große Macht. Das ist wie beim Momo.Das heißt ich plädiere dafür, dass wir uns gegenseitig regelmäßig zuhören. Dass wir ganz bewusst Räume schaffen, wo der eine zuhört und der andere in sich hinein lauscht und dem Worte gibt, was da auftaucht, aus dem Körper heraus, aus dem Spüren. Das ist ein Klärungsprozess, der Zeit braucht. Sich dafür fünf Minuten pro Tag zu nehmen, ist ein guter Zeitraum. Das ist zwar nicht viel, aber es kommt auch sehr auf die Regelmäßigkeit an. Auf diese Weise gelingt so eine Art emotionale Hygiene, durch die Menschen immer mehr mit sich in Kontakt kommen können. Gleichzeitig lernen sie durch das Zuhören, jemanden anderen wirklich wahrzunehmen und einfach ganz dasein zu lassen. Das ist eine Praxis, die ich sehr empfehle, um die Emotions- und die Bedürfnisebene zu klären.Bedeutet so ein innerer Klärungsprozess auch automatisch, dass die Menschen umweltbewusster und sozialer leben?Das ist eine spannende Frage. Ich habe jedoch keine eindeutige Antwort. Ich erlebe, dass bei Menschen, die stärker mit sich in Kontakt kommen, automatisch auch Bedürfnisse auftauchen wie: „Ich will das es allen gut geht“. Aber das ist nicht bei jedem so. Ich sehe auch Menschen, die sich in ihrer Selbstverwirklichung verlaufen, und diese zum Selbstzweck machen. Allerdings wird das dann auch zu einer Frustration. Da verstrickt sich die Selbstverwirklichung in sich selbst. Auf jeden Fall gilt: um in unserer Welt wirksam zu sein, brauchen wir die innere Arbeit. Und die innere Arbeit braucht auch den äußeren Zweck. Das ist so eine wechselseitige Abhängigkeit.Wie komme ich aus dem Dilemma heraus, dass ich die Welt verändern will – und mich nicht davon frusten lasse, dass so viele nicht mitmachen?Ich gucke eher mit einer großen Verwunderung und auch Demut in die Welt und denke: „Ha, das ist ja interessant, dass es viele Menschen gibt, die diesen klaren Ruf spüren. Und dass es noch mehr gibt, die es im Moment noch nicht spüren“. Ich habe ein ganz tiefes Vertrauen und einen ganz tiefen Respekt vor dem, wie sich jedes einzelne Leben zeigt und entfaltet, dass ich mir gar nicht anmaße zu sagen, dass sollte anders sein. Es war ein wichtiger Schritt für mich zu sagen: „okay, ich verstehe das nicht. Und gleichzeitig kann ich nur zur Kenntnis nehmen, dass es so ist“. Das hat viel mit dem Vertrauen in die innere Führung jedes einzelnen zu tun.Gleichzeitig ist meine Aufgabe meinem Impuls zu vertrauen und mich zum Beispiel hinzustellen und zu sagen: „Wir brauchen einen öko-sozialen Wandel und zwar jetzt!“ Das spüre ich in jeder Faser meines Wesens. Und dann kann es sein, dass andere sich davon angesteckt fühlen und sagen: „Ja, genau, ich will etwas ähnliches“. Es kann aber auch sein, dass das nicht so ist. Das müssen wir meiner Meinung nach aushalten. Für mich das eine gute Übung in Demut.Menschen, die einen großen Drang haben zu missionieren, kompensieren damit oft die innere Arbeit, die sie nicht gemacht haben. Solche Menschen haben oft einen Absolutheitsanspruch. Und der ist immer ganz eng verknüpft mit Emotionen. Deshalb sieht man in einem unreifen Aktivismus ganz viel Anklage, ganz viel Verurteilung, ganz viel „es sollte anders sein“, „die Welt sollte anders sein“ und „die Politiker sollten anders sein“ und so weiter. Es ist aber eine unreife Haltung nicht zu schauen, was ich selbst tun kann, sondern zu erwarten, dass Mama und Papa etwas für mich tun – oder übersetzt die Großen und Mächtigen.Deshalb sind Absolutheitsansprüche immer mit unreifen Urteilen in uns verknüpft, mit nicht gefühlten Gefühlen, die wir nicht in uns ausgesöhnt haben. Und anstatt uns denen zuzuwenden und diese zunächst schwierigen Emotionen auszuhalten, gehen wir auf die Barrikaden und schreien unseren Schmerz in die Welt hinaus. Das ist auch vollkommen in Ordnung und ich will das auf keinen Fall verurteilen. Das kann man so machen. Doch es ist meines Erachtens gut, zwischen dieser Form von Aktivismus und einem echten Sich-Einbringen zu unterscheiden – einem reifen oder auch heiligen Aktivismus. Oft wird ein unreifer Aktivismus zum Teil des Problems, anstatt zum Teil der Lösung.Vivian Dittmar begleitete Menschen viele Jahre lang bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung. Dann wurde ihr klar, dass wir Menschen uns nur dann voll entfalten können, wenn wir in gesunden, positiven und lebensbejahenden Strukturen leben können. Deshalb gründete sie die Be the Change Stiftung, um den gesamtgesellschaftlichen, kulturellen Wandel zu unterstützen. Dort gibt es Bildungsangebote für Menschen, die den öko-sozialen Wandel lebendig werden lassen wollen. Außerdem ist sie Beraterin beim Terra Institut und begleitet als solche Unternehmen bei ihren Transformationsprozessen hin zu einer nachhaltigen Kultur. Schließlich schreibt sie Ratgeber für Gefühle und Beziehungen. https://viviandittmar.net

Die Theory von Otto Scharmer