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#Resilienzstrategien für Menschen und Organisation des öko-sozialen Wandels

Nachhaltiger Aktivimus
Nachhaltiger Aktivismus: Resilizenstrategien für den öko-sozialen Wandel
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Wie du im Alltag politisch aktiv sein oder werden kannst, ohne auszubrennen. Resilienzstrategien für engagierte Menschen, Teams, Gruppen und Gemeinschaften. Viele Menschen schrecken vor politischem Engagement oder eigenen öko-sozialen Projekten zurück, weil sie glauben, dass sie keine Zeit dafür haben: Weil sie damit ihren Lebensunterhalt nicht verdienen können, müssen sie zusätzlich einer Erwerbsarbeit nachgehen. Daneben die Kinder, die Freunde, die Familie, ab und zu auch mal einfach etwas Schönes unternehmen. Und dann bleibt meist keine Zeit und/oder keine Kraft, um sich dann auch noch abends oder am Wochenende um die eigentlich wichtigen Anliegen zu kümmern.Andere Menschen wiederum engagieren sich zwar. Merken aber mit der Zeit, dass sie das über mehr als einige Jahre nicht durchhalten. Sie brennen aus, überfordern sich (immerhin geht es ja um wirklich wichtige Dinge) und verlieren dann mehr und mehr den Spaß an der Sache.Umweltschutz beginnt bei dirTimo Luthmann hat das am eigenen Leib erlebt. Deshalb hat er sich auf die Suche gemacht, wie es besser gehen kann. Und er ist beim Thema „Nachhaltiger Aktivismus“ fündig geworden. Er hat sich vor allem in den angelsächsischen Ländern schlau gemacht, viel Bücher durchforstet und Weiterbildungen gemacht. Und schließlich hat er das Buch „Politisch aktiv werden und bleiben“ (Unrast Verlag) geschrieben. Wir haben es gelesen und können es dir wirklich weiter empfehlen, wenn du mit dem einen oder anderen oben beschriebenen Problem zu kämpfen hast.Außerdem wollen wir die wichtigsten Erkenntnisse, Gedankengänge und Tipps hier noch einmal für dich zusammenfassen:Was ist Nachhaltiger Aktivismus?Im Kern geht es beim Nachhaltigen Aktivismus darum, dass du dein Engagement so planst und den Rahmen dafür so gestaltest, dass du dauerhaft aktiv bleiben kannst. Um dieses Ziel zu erreichen, musst du dir laut Luthmann drei wesentliche Säulen ansehen:1. Reflexion über soziale Veränderungen und StrategienIn diesem Bereich geht es darum, die Rahmenbedingungen zu analysieren: Wie sind die Machtstrukturen? Was sind Privilegien und wie sind sie (warum) verteilt? Wer wird (warum und wie) unterdrückt? Dabei geht es nicht nur darum, diese Strukturen in der Gesellschaft aufzudecken. Vielmehr sollen Gemeinschaften und Gruppen auch interne Bedingungen aufdecken, überdenken und gegebenenfalls verändern.Ebenso wichtig ist es aber auch, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Blick zu behalten. Dabei geht es darum, das eigene Handeln an den Kontext des Projektes anzupassen, strategisch zu denken – und aber auch die eigenen Fortschritte und Auswirkungen zu sehen. Die Frage „Warum tun wir was wie?“ verhindert einen blinden Aktionismus, bei dem man immer wieder dasselbe tut, ohne jemals wirkliche Fortschritte damit zu erzielen.Wichtige Fragen sind: Wie sind Macht und Privilegien in unserer Gruppe und in der Gesellschaft verteilt? Was bedeutet dies? Wo gibt es Unterdrückung? Wie gehen wir damit um? Wie bedingen sich innere und äußere Veränderung gegenseitig? Was hemmt oder fördert meine innere Motivation? Welche Wirkung hat unsere Arbeit auf unsere Umgebung, unser Land, die Welt? Wo sind unsere Mitstreiter? Wie können wir sie einbinden? Wo unsere Gegner? Wie können wir mit ihnen umgehen? Welche Kapazitäten haben wir und wie können wir strategisch sinnvoll mit ihnen umgehen? Welche Strategien und welche Taktiken haben wir? 2. Individuelle ResilienzstrategienDie individuellen Resilienzstrategien zielen darauf ab, dass du als Individuum belastbarer bist. Also dass du besser mit Druck umgehen kannst. Das kann Zeitdruck sein oder auch eine emotionale Belastung angesichts schlimmer Tatsachen, mit denen du dich konfrontierst. An individuellen Resilienzstrategien schlägt Timo Luthmann im Grunde einiges vor, was man auch unter dem Thema „Achtsamkeit“ verbuchen könnte.Es geht also um ein positives Körper- und Selbstwertgefühl sowie um deine Verbundenheit mit deinen Mitmenschen und der Natur. Dazu empfiehlt Luthmann, dass du dir Zeit nimmst, um deine bisherige Lebens- und Arbeitsweise zu überdenken: Was sind deine Stressoren? Wie bist du bislang mit ihnen umgegangen? Und wie könntest du sie besser handhaben? Insgesamt geht es darum, sich einen gesunden und nachhaltigen Lebensstil anzugewöhnen mit ausreichend Sport, gutem Essen, genug gesundem Schlaf, einem durchdachten Zeit-Management und noch vielem mehr.Wichtige Fragen sind:Nehme ich mir im Alltag regelmäßig Zeit für die Reflexion?Übe ich mich in Achtsamkeit?Fühle ich mich mit mir, meinen Mitmenschen und der Natur verbunden?Was sind meine Bedürfnisse?Was ist meine Motivation? Was sind meine Träume, Ziele, Wünsche?Was sind meine typischen Stressoren? Und wie kann ich mit ihnen besser umgehen?Wie kann ich meine Aufmerksamkeit auf die wirklich wichtigen Dinge fokussieren?Wie strukturiere ich meinen Arbeitsalltag ganzheitlich?Habe ich genug Bewegung?Esse ich gesund? Trinke ich genug?Gibt es ausreichend Spiritualität in meinem Leben? Wie praktiziere ich dies?Wenn du in Sachen „Selbst- und Arbeitsorganisation“ noch weitere Informationen suchst, dann schau dir doch mal einen der folgenden Artikel an:Getting Things done – Bullet Journaling – Deep Work3. Kollektive ResilienzstrategienKollektive Resilienzstrategien bedeutet, dass eine Organisation, eine Gruppe oder ein Unternehmen für eine Selbstorganisation sorgt, in der der Einzelne widerstandsfähiger wird. Gut ist es, wenn dem eine interne Strukturanalyse vorausgeht, wie Luthmann sie auch mit der 1. Säule des Nachhaltigen Aktivismus fordert. Aus solchen Analysen ergeben sich vielleicht schon die ein oder anderen wichtigen Maßnahmen: Wie können Eltern kleiner Kinder in besonderer Weise Unterstützung finden? Wie kann die Gruppe mit Menschen umgehen, die von einem Burnout betroffen sind? Oder wie lässt sich der Zugang zur Gemeinschaft für die Menschen öffnen, die in irgendeiner Weise anders sind (etwa, weil sie aus einer anderen Gesellschaftsschicht kommen)?Einer der wichtigsten Punkte, die eigentlich alle Organisationen betreffen, ist die Kommunikation. Hilfreich ist es, wenn sich die Mitglieder in der sogenannten „Gewaltfreien Kommunikation“ von Marshall Rosenberg üben (wenn dies nicht zum Dogma wird!). Aber auch durchdachte Praktiken der gemeinsamen Entscheidungsfindung (siehe dazu unseren Artikel Entscheidungsfindung im Team), Mediationsmöglichkeiten bei Konflikten oder ausreichen Zeit für Wertschätzung und Zuhören sind extrem wichtig. Nur so können Menschen in Gemeinschaft zusammenwachsen, von einander lernen und sich gegenseitig unterstützen.Wichtige Fragen sind:Brauchen wir eine digitale Kommunikationsstruktur?Wie treffen wir gemeinsam Entscheidungen?Wie lösen wir Konflikte?Wie sorgen wir für eine transparente und faire Machtstruktur bzw.Organisationsstruktur?Wie sichern wir eine nachhaltige Finanzierung?Wie sorgen wir dafür, das alle genug Zeit für die Reflexion und Regeneration bekommen?Wie gehen wir mit interner Diskriminierung und Gewalt um?Welche Unterstützung geben wir jungen Eltern?Wie unterstützen wir Menschen, die von Burnout bedroht oder betroffen sind?Wie gehen wir mit Traumata um?Wie schaffen wir eine gemeinsame Vision, die alle motiviert?Haben wir gemeinsame Leitlinien für die Kommunikation und den Umgang untereinander?LesetippPolitisch aktiv sein und bleibenHandbuch Nachhaltiger AktivismusTimo LuthmannUnrast Verlag, ISBN 978-3-89771-250-8, 19,80 Eurohttps://nachhaltigeraktivismus.org