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Art of Hosting

Art of Hosting

Wie können wir gemeinsam tiefe, gute Gespräche führen? Gespräche, die zu gegenseitigem Verständnis und kreativen Lösungen führen? Die Mitglieder der weltweiten Community „Art of Hosting“ üben genau das mit Hilfe kreativer Gruppenmethoden.

Viele Menschen, mit denen wir über die Herausforderungen unserer Zeit sprechen, nennen als eine der größten Schwierigkeiten, dass wir in unserer Gesellschaft unsere Diskursfähigkeit mehr und mehr verlieren. Das bedeutet, dass es uns immer schwerer fällt, mit Menschen anderer Meinung in einen fruchtbaren und ergebnisreichen Dialog zu treten. Es wäre also ziemlich hilfreich, wenn wir das lernen und üben würden. Die Mitglieder der weltweiten Bewegung „Art of Hosting“ tun genau dies: Sie üben die Kunst des Gastgebens – und damit der Kunst, gute Gespräche (unter den Gästen) zu fördern.

Was ist Art of Hosting?

Auf diese Frage gibt es viele Antworten – zumindest, wenn man die Vertreter der Bewegung fragt. Die einen sprechen davon, dass es sich dabei um eine bestimmte Haltung oder Philosophie handelt. Nämlich die einer Gastgeberin oder eines Gastgebers, die oder der seinen Gästen die bestmögliche Umgebung schaffen möchte. Eine Umgebung, in der Vertrauen, Wohlfühlen und eben auch gute Gespräche möglich sind. Für andere ist es eine Art Betriebssystem, um in selbstorganisierten Netzwerken und Organisationen eine partizipative und lebendige Führung auszuprobieren.

Die Methoden des Art of Hosting

Für weitere Menschen ist Art of Hosting ein Set an Dialog- und Großgruppenmethoden. Allen voran kommen dabei die folgenden Moderationsmethoden zum Einsatz:

  • World Café
  • OpenSpace
  • Appreciative Inquiry

Außerdem finden die meisten Gespräche in Form von Kreisgesprächen statt. Das bedeutet: Alle sitzen in einem Kreis. Es gibt einen Redestein oder etwas ähnliches. Und wer diesen Gegenstand hat, redet. Alle anderen hören zu und sind still.

Allerdings entwickelt die Community ihre eigenen Praktiken immer weiter. Weitere Methoden, die die Art-Of-Hosting-Mitglieder anwenden sind:

  • Action learning
  • Collective mind-mapping
  • Collective Story Harvest
  • Pro Action Café
  • Graphic Facilitation
  • Theorie U [weitere Infos]

Der Prozess des Art of Hosting verläuft in divergenten und konvergenten Phasen

Der Prozess des Art of Hosting verläuft in divergenten und konvergenten Phasen.

Der Prozess des Art of Hosting

Außerdem beschreibt Art of Hosting auch eine bestimmte Prozessgestaltung (ähnlich wie auch beim Design Thinking). Dabei gibt es Phasen, in denen in die Breite gedacht wird (diverses Denken mit entsprechenden Methoden). Und es gibt Phasen, in denen destilliert, analysiert und ausgewählt wird (divergentes Denken).

Ein wichtiges Prozess-Element des Art of Hosting ist zudem die sogenannte „Ernte“ (Harvesting). Das bedeutet, dass die Gespräche immer wieder ausgewertet und die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst und dokumentiert werden. Außerdem steht beim Harvesting immer auch die Frage im Raum: Wie kann unsere Ernte Anstoss für Gespräche in der Zukunft oder Anlass für weitere Treffen sein – auch mit Personen, die beim Treffen nicht anwesend sind?

Art of Hosting in der Praxis

Art of Hosting wird mittlerweile in vielen Bereichen angewandt. Zum Beispiel gibt es Gruppen, die Art of Hosting im Bildungsbereich, im Gesundheitswesen, im öffentlichen Dienst, in NGOs, in Gemeinschaften, in Unternehmen und auch im privaten Bereich (z.B. in der Familie) anwenden.

Mein Fazit

Wer sich in den o.g. Methoden schon auskennt, der weiß auch wie Art of Hosting geht. Für erfahrene Moderator*innen und Facilitator*innen gibt es hinsichtlich der Methoden selbst sicherlich nicht wahnsinnig viel neues zu lernen.

Vielmehr ist die Community der Gewinn."Denn unter dem 'Eisberg der Methoden' verbergen sich Haltungen, Praktiken, Modelle, die viele Moderator*innen noch nicht kennen und die erst im Austausch mit anderen Praktikern sichtbar und bewusst werden", meint Art-of-Hosting-Mitglied Frauke Godat. Dazu arbeitet die Community mit dem Ansatz "Community of Practice" nach E. Wenger). "Wir generieren also gemeinsam Wissen aus der Alltagspraxis und da gibt es immer etwas zu lernen", so Frauke Godat.

Was mir besonders gut gefällt ist, dass hier vor allem Leute aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammenkommen. Oft sind das keine professionellen Moderator*innen oder Facilitator*innen. Sondern es sind Menschen, die diese Methoden und Prozesse für einen ganz bestimmten Zweck lernen und üben wollen. So kommt es zu einem sehr spannenden und weitreichenden Austausch.

Art of Hosting lernen

Wenn du dich dafür interessierst, Art of Hosting zu üben, zu praktizieren und weiter zu entwickeln, dann such am besten nach einem Workshop in deiner Nähe. Außerdem gibt es Gruppen von Art-of-Hosting-Mitgliedern, die zusammenkommen, um verschiedene Methoden auszuprobieren. Hier eine Liste der deutschen Communitys.

Die Website: http://www.artofhosting.org/de/

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