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Dein Kosten-Canvas

  • Dauer

    1 Std.

  • Grad

    mittel

  • Anzahl

    1 Person

Dein Kosten-Canvas

Viele Weltverbesserer leiden unter anhaltender Geldnot oder machen sich zumindest Geldsorgen. Das Kosten Canvas hilft dir dabei, aus der Geldfalle herauszukommen.

Für viele Menschen, die ein öko-soziales Wandelprojekt verwirklichen möchten, spielt Geld eine schmerzhafte Rolle: Immer ist zu wenig davon da! Und irgendwie hat es oft einen negativen, schmutzigen Beigeschmack. Wer sich mit seinem Projekt für eine bessere Welt einsetzt, möchte auf keinen Fall geldgierig erscheinen. Umgekehrt kann es aber auch vorkommen, dass Menschen oder Unternehmen, die mit einer guten Sache Geld verdienen wollen, in den Verdacht des Green Washing geraten.

Keine Kompromisse für's Geld

Geld machen und die Welt positiv verändern – das scheint für viele eine gegensätzliche Sache zu sein. Diese Einstellung kommt auch nicht ganz von ungefähr. Wir haben es schon öfter mal erlebt, dass öko-soziale Existenzgründer*innen und Start-Ups ihre anfänglich gute Idee immer mehr verdrehten – nur damit sich irgendwie noch ein Business-Modell darüber stülpen lässt.

Natürlich die allermeisten von uns in unserer Gesellschaft von irgend etwas unseren Lebensunterhalt bestreiten. Deshalb spielt Geld auch meistens eine Rolle. Dennoch haben wir aufgrund unserer vielen Jahre Erfahrung für uns beschlossen, dass Geld immer die nachgeordnete Rolle spielt: Erst kommt die Idee – welche Wirkung sie auf dich, auf die anderen und die Welt insgesamt hat. Und erst zum Schluss kommt die Frage, wie du dich, dein Team und dein Projekt finanzieren kannst.

Dabei gibt es unterschiedliche Möglichkeiten – von einem Business-Modell über Spenden bis hin zu Crowdfunding in den verschiedensten Spielarten. Weitere Infos findest du in unserem Buch „Faironomics“ im Kapitel „Geld“. An dieser Stelle möchten wir vor allem noch darauf hinweisen, dass du immer zwei Schrauben hast, an denen du drehen kannst: Einmal an dem, was du an Geldhähnen aufdrehen kannst – also den Geldzufluss. Zum anderen aber auch den Geldabfluss, also die fixen und variablen Kosten.

Das Kosten Canvas

Drucke die PDF-Vorlage aus und fülle sie aus:  So bekommst du schnell einen Überblick über deine monatlichen Kosten.

 

Kosten reduzieren?

Es gibt sogar Menschen, die komplett geldfrei leben. Raphael Fellmer, den wir bei einer Veranstaltung in Hamburg kennengelernt haben, hat uns hierbei besonders beeindruckt. Er hat zusammen mit anderen die Plattform foodsharing.de ins Leben gerufen. Darüber retten Menschen aus ganz Deutschland (und mittlerweile auch darüber hinaus) Lebensmittel, die ansonsten im Müll landen würden und verteilen sie weiter. Gerade weil er kein Geld für seinen Lebensunterhalt brauchte, hatte er die Freiheit, seine Träume zu verwirklichen. Er hat übrigens auch ein Buch geschrieben (natürlich geldfrei), wie er zusammen mit zwei Freunden ohne Geld bis nach Südamerika gereist ist …

So weit muss natürlich nicht jede*r gehen. Dennoch kann es eine Erleichterung sein, darüber nachzudenken, welche geldfreien Möglichkeiten du hast: Könnten sich Menschen ehrenamtlich bei deinem Projekt engagieren? Könnten dich Sachspenden weiterbringen? Könntest du Dinge tauschen, teilen oder leihen? Die Kunst liegt darin, die richtige Balance zu finden: Es geht nicht darum, als knauseriger Asket oder gar Schnorrer möglichst wenig auszugeben. Sondern darum, dort geldfreie Bereiche und Netzwerke aufzubauen, wo es dich unterstützt und vom Druck des Geldverdienens entlastet.

Denn knausrig zu sein, verschärft eigentlich nur unser kollektives Grundtrauma mit Geld, das da heißt: Es ist nicht genug für alle da! Je mehr du knauserst, desto mehr verstärkst du diesen Mythos und dadurch die negative Wirkung von Geld. Positiv wenden kannst du es, wenn du Geld als eine von vielen Ressourcen betrachtest, die durch dein Leben fließt: Das Wichtigste ist, dass es immer im Fluss ist. Das bedeutet auch, dass du dein Geld großzügig an diejenigen Menschen, Projekte und Ideen weitergibst, die deine Werte und Visionen teilen.

Dein Kosten Canvas

Ein guter Start in deinen neuen Umgang mit Geld kann eine Bilanz sein: Was brauchst du eigentlich, um dich gut zu fühlen, entspannt zu sein, dein Leben zu genießen – und auch noch dein Weltveränderungsprojekt umzusetzen? Damit du dir diesen Überblick leichter verschaffen kannst, haben wir für dich ein Kosten Canvas entwickelt. Trage dort ein:

1. Sein

Wer oder wie möchtest du sein? Möchtest du ein weiser Yogi werden oder ein smarter Video-Blogger? Wenn du das noch nicht weißt, dann mach doch mal die Übung mit dem Ikigai →LINK. Frage dich anschließend, was du tun musst, um dieser Mensch zu werden.

2. Tun

Was möchtest du tun – entweder, weil du schon lange davon träumst oder weil du es brauchst, um dein ersehntes Sein zu erreichen. Wenn du etwa ein weiser Yogi werden willst, dann brauchst du sicherlich Yoga-Unterricht. Vielleicht gibt es aber auch etwas anderes, was du einfach tun möchtest. Zum Beispiel eine lang ersehnte Reise. Auch das kommt mit auf deine Liste. Addiere dann die Kosten für ein ganzes Jahr und teile sie durch 12. Trage die Kosten pro Monat in dein Kosten Canvas ein.

3. Haben

Um eine bestimmte Persönlichkeit zu sein, musst du etwas Bestimmtes tun – und vielleicht musst du dafür auch etwas Bestimmtes haben. Wenn du zum Beispiel smarter Video-Blogger werden willst, dann brauchst du eine Kamera-Ausrüstung. Vielleicht gibt es aber auch etwas, was du einfach gerne haben möchtest. Einfach so. Auch das kommt mit auf deine Liste. Addiere dann alle fixen und variablen Kosten für ein Jahr und teile sie durch 12. Trage dann die Kosten pro Monat in dein Kosten Canvas ein.

4. Schulden

Hast du Schulden? Dann gehört es zu einer wichtigen Regel aller Geld-Minimalisten, dich dieser Schulden so bald wie möglich zu entledigen und dann möglichst nie wieder welche zu machen. Trage in dein Kosten Canvas ein, was du monatlich zahlen musst, um deine Schulden zu bedienen.

5. Lebensunterhalt

Was kostet dich die Miete, die Versicherungen, Nahrung, Kleidung, Freizeitaktivitäten, Mobilität und so weiter und so fort. Du hast hier fixe und variable Kosten. Zu den fixen gehört zum Beispiel deine Miete. Zu den variablen Kosten gehören etwa die Nebenkosten (weil du durch Strom sparten diese beispielsweise reduzieren kannst). Addiere alle Kosten und trage in dein Kosten Canvas die monatlichen Betrag ein.

6. Sparen

Willst du einen kleinen Betrag pro Monat zurück legen? Dies kann gut sein, etwa um unvorhergesehene Ausgaben zu bewältigen – wie eine neue Waschmaschine oder eine Zahnbehandlung.

7. Luxus

Jeder Mensch ist anders. Die einen genießen ihr Leben erst, wenn sie sich ab und an etwa Kostspieliges gönnen. Den anderen empfinden einen langen Spaziergang in der Natur als Luxus. Was auch immer es ist: Mach dir Gedanken darüber, was dein Leben schön und genussvoll macht. Berechne dann die Kosten pro Jahr, die du dafür einplanen möchtest und teile sie durch 12. Notiere dir dann diesen Betrag in deinem Kosten Canvas.

Addiere einen Puffer!

Zum Schluss rechnest du alle Kosten einmal zusammen. Dann – und das ist wichtig – multiplizierst du diesen Betrag mit 130 Prozent. Dadurch hast du einen finanziellen Puffer von 30 Prozent (besser wären eigentlich 50 Prozent). Der ist wichtig, denn die Erfahrung zeigt: Alles wird immer teurer, als gedacht! Und wenn am Ende tatsächlich doch etwas übrig ist, dann spende es doch für einen guten Zweck 🙂