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Geldexperiment: für eine positive Haltung

  • Dauer

    1–4 Wochen

  • Grad

    mittel

  • Anzahl

    1 Person

Geldexperiment: für eine positive Haltung

Geld kann eine positive Macht entfalten – wenn du dazu bereit bist. Mit dem Geldexperiment kannst du negative Glaubenssätze los werden. Nutze dazu unsere Druckvorlage!

Unser Verhältnis zum Geld ist von vielen Glaubenssätzen und Mythen geprägt. Alleine das Geld selbst ist eine Fiktion: Es ist nichts Reales – es ist nur eine Vereinbarung unter einer bestimmten Anzahl von Menschen, dass dieser bedruckte Papierlappen oder jedes geprägte Metallstück einen bestimmten Wert hat. Und doch ist Geld ein Fiktion mit unglaublich weitreichenden Folgen!

Verändere deine Haltung!

Vielleicht deshalb haben viele Menschen, die sich für den öko-sozialen Wandel einsetzen, ein schwieriges Verhältnis zum Geld. Es ist oft nicht genug davon da. Und es scheint auch irgendwie etwas Schlechtes zu sein. Dabei liegt viel positive Veränderungskraft darin, die eigene Haltung zum Geld zu verändern. Denn Geld ist nur eine von vielen Ressourcen – wie Kreativität, Tatkraft oder Liebe –, die man braucht, um ein öko-soziales Projekt erfolgreich zu verwirklichen.

Und wenn wir Geld als eine positive Ressourcen ansehen und anwenden, dann kann daraus auch viel Gutes entstehen: Wir können Geld in die Projekte, Unternehmen und Organisationen investieren, die die Welt so mitgestalten, wie wir uns das wünschen. Wir können anderen Menschen mit Hilfe finanzieller Unterstützung unsere Wertschätzung zeigen, ihnen Mut, Freiheit und die innere Ruhe schenken, die notwendig sind, um sich den Herausforderungen in unserer Welt zu stellen.

Das Geldexperiment

Drucke die PDF-Vorlage aus und entwickele dein Geldexperiment, um an deinen negativen Glaubenssätzen zu arbeiten. Weitere Tipps zum Ausfüllen findest du unten.

 

Warum überhaupt ein Experiment?

Du siehst also, eine positive Haltung dem Geld gegenüber zu entwickeln und Geld dann anders, konstruktiv einzusetzen, hat eine gewaltige Veränderungskraft. Diesen Schritt kannst du aber nicht einfach von heute auf morgen gehen. Es ist nicht nur eine Sache des Kopfes. Es reicht nicht, einmal darüber nachzudenken – und schon hast du eine andere Haltung. Vielmehr hat sie sich über viele Jahren hinweg mehr oder weniger unbewusst aufgebaut. Deshalb ist es auch ein längerer Prozess, deine Einstellung zu verändern.

Eine Hilfe dabei können unserer Erfahrung nach Experimente sein. Wir setzen sie selbst gerne eine. Und zwar immer dann, wenn wir uns selbst etwas beweisen wollen: Zum Beispiel, dass wir etwas tun können, von dem wir nicht ganz sicher sind, ob das stimmt. Oder wenn wir uns beweisen wollen, dass ein negativer Glaubenssatz nicht der Wahrheit entspricht. Beides ist natürlich eine Herausforderung, die mal mehr, mal weniger Mut erfordert. Denn es könnte ja auch sein, dass es doch stimmt und dann tappen wir in die Falle!

Mit einem Experiment kannst du dir für solch einen Fall einen sicheren Rahmen geben. Du kannst genau bestimmten

  • wie lange das Experimente gehen soll
  • wann es stattfinden soll (wähle einen günstigen Zeitpunkt)
  • welche Variablen es gibt (sie bestimmen, wie leicht oder schwer das Experiment für dich wird)
  • was deine Ziele sind (was genau willst du beweisen oder widerlegen?)
  • welches Risiko du eingehst (was bist du bereit zu verlieren bzw. zu riskieren?)

So machst du dein Geldexperiment

Du kannst dir die Vorlage für das Geldexperiment als PDF-Datei herunterladen, ausdrucken und bei deinem Geldexperiment ausfüllen. Folge dabei den Schritten auf dem PDF bzw. wie wir sie im folgenden erklären:

1. Negative Glaubenssätze

Der erste Schritt für dein Geldexperiment ist, dass du dir zunächst einmal ganz ehrlich bewusst machst, welche negativen Glaubenssätze du in Bezug auf das Geld überhaupt hast. Gaubenssätze sind meist unbewusste Überzeugungen, Muster oder Verallgemeinerungen, die wir schon in unserer Kindheit übernommen haben und seit dem unhinterfragt als Wahrheit ansehen. Ganz oft sind dies Verallgemeinerungen („nie hab ich genug Geld“ oder „immer nutzen mich die anderen aus“) oder eine Art Redewendung und Sprüche (wie „Geld stinkt“ oder „Geld korrumpiert“). Du kannst dir aber auch mal überlegen, womit genau du unzufrieden bist, wenn es um's Geld geht. Welcher Glaubenssatz könnte dem zugrunde liegen? Schreibe alle Glaubenssätze ohne lange zu überlegen in einer Liste auf und suche dir dann die drei Glaubenssätze heraus, die dich derzeit am meisten einschränken und behindern.

2. Positive Affirmationen

Kehre nun deine drei wichtigsten negativen Glaubenssätze in positive Affirmationen um. Tue das ganz mechanisch. Es kommt nicht darauf an, dass du jetzt schon daran glaubst! Wenn du also zum Beispiel den negativen Glaubenssatz hast „nie hab ich genug Geld“, dann notiere dir „ich habe genug Geld“.

3. Dein Geldexperiment

Nun geht es darum, nachzuweisen, ob deine positive Affirmation wahr ist. Der negative Glaubenssatz „ich habe nicht genug Geld“ hat bei mir zum Beispiel zu der positiven Affirmation „ich habe genug Geld“ geführt. Angeregt durch die Bewegung der Geldverweigerer habe ich dann beschlossen, ein Experiment zu machen, bei dem ich eine Woche lang weder Bargeld noch digitales Geld nutze. Vielleicht schwebt dir aber ein anderes Experiment vor: zum Beispiel ein Jahr lang 10 Prozent deiner Einkünfte zu spenden oder bei der nächsten Gehalts- oder Honorarverhandlung das zu verlangen, was du wirklich haben möchtest. Jeder hat andere Wundpunkte und deshalb wirst du sicherlich auch ein anderes Experiment machen.

Ich möchte mein Experiment aber als Beispiel nehmen, wie die Angaben in der Vorlage „Mein Geldexperiment“ gemeint sind: Mein Ziel war es zum Beispiel zu erleben, dass ich auch komplett ohne Geld durch's Leben komme und dass es immer Menschen gibt, die mich im Notfall unterstützen – dass also selbst Null Euro genug Geld sind, um zu leben. Der Ablauf war ganz einfach: Ich habe mein Leben ganz normal weiter gelebt (also keine Verabredungen zum Mittagessen abgesagt oder ähnliches), mir aber im Vorfeld überlegt, welche geldfreien Alternativen ich ausprobieren möchte. So habe ich die Ausgabe von Foodsharing besucht, um Lebensmittel zu besorgen. Und ich habe immer geplant, wann ich wohin gehe und was ich an Essen und Trinken mitnehmen muss, weil ich unterwegs ja nichts kaufen konnte.

4. Deine Beobachtungen und Variablen

Während des Experiments habe ich ein Tagebuch geführt. Immer abends habe ich für mich zusammengefasst, was mir tagsüber passiert ist. Dabei habe ich mir immer wieder bewusst gemacht, dass ich meine negativen Glaubenssätze viel leichter bestätigt finde, als meine positive Affirmation. Deshalb habe ich mich bewusst auf die Suche nach Beweisen für meine positive Affirmation gemacht.

Sicherheit gegeben hat mir, dass ich für mich bestimmte Variablen verändern konnte. Zum Beispiel die Zeit: wer mutiger ist als ich, würde für das Experiment vielleicht einen ganzen Monat ansetzen und dabei sicherlich viel mehr Erfahrungen sammeln, als ich in einer Woche. Außerdem habe ich für mich bestimmt, dass Miete und alles andere weiterläuft, was automatisch von meinem Konto gebucht wird. Überlege du dir, was du verändern kannst, um dein Experiment leichter oder schwerer zu machen. Versuche dabei wagemutig zu sein, aber nicht übermütig. Es ist ein schmaler Grad zwischen zu einfach (und damit nicht inspirierend und erkenntnisreich genug) und zu schwer (und damit beängstigend und überfordernd).

5. Die Auswertung

Nimm dir am Ende deines Experiments mindestens eine Stunde Zeit. Gehe deine Beobachtungen durch und notiere: Was hat gut geklappt, was nicht? Wo haben sich deine Zweifel bestätigt? Wo hast du festgestellt, dass es die Grenzen, die du vermutet hattest, gar nicht gab? Versuche möglichst positiv zu sein – wir sehen zu leicht immer nur das Negative im Leben! Überlege dir auch, was deine Erkenntnisse für dein Leben bedeuten. Gibt es Gewohnheiten, die du künftig ablegen möchtest? Und gibt es Verhaltensweisen, die du künftig beibehalten willst?

Teile deine Erfahrungen!

Wenn du weitere Ideen, Tipps und Erfahrungen mit einem Geldexperiment hast, dann teile sie mit uns! Hinterlasse einen Kommentar unter diesem Beitrag.