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Heldenreise Canvas

  • Dauer

    1–2 Std.

  • Grad

    mittel

  • Anzahl

    1 Person

Heldenreise Canvas

Was treibt dich an? Was gibt deinem Leben Sinn? Wieso fällt es dir schwer ins Abenteuer zu ziehen? Fragen, den viele Menschen begegnen, die Träume verwirklichen wollen. Das Heldenreisen Canvas hilft dir, Antworten zu finden.

Wir leben in einer Welt voller Mythen, Geschichten und Erzählungen. Die Werbung beschallt uns tagein und tagaus mit Bildern, wie wir sein, was wir tun oder haben sollten, damit wir beliebt oder auch nur akzeptabel sind. Die Lehrer*innen in der Schule haben uns gesagt, was wir tun, lassen, denken oder sagen sollen, um als gut genug befunden zu werden. Die meisten Eltern vermitteln ihren Kindern mehr oder weniger subtil, welche Erwartungen sie haben. Filme, Bücher und Theaterstücke zeigen uns, welche Rollen und Modelle es für uns in unserer Gesellschaft gibt. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen.

Du weißt wahrscheinlich schon, dass über all den Bildern, Geschichten und Vorstellungen der anderen, unsere eigene Vision für unser Leben oft zu kurz kommt: Was ist es, was dich wirklich erfüllt? Was würde deinem Leben Sinn geben? Was würdest du tun, wenn du jeden Morgen voller Vorfreude aus dem Bett springst? Oder wenn Geld keine Rolle mehr spielen würde? Oder du nur noch ein Jahr zu leben hättest? All das sind Fragen, die dich auf den Kern deiner Mission stoßen können (wenn das nicht hilft, dann schau dir doch noch mal unsere Übung zum „Ikigai“ an).

Mach deine eigene Heldenreise

Seine eigene Geschichte zu erzählen, hat für uns aber den eigentlich Durchbruch gebracht. Der Mythenforscher Josef Campbell reiste letztes Jahrhundert durch die Welt und sammelte alle erdenklichen Mythen, Geschichten, Erzählungen und Märchen. Er fand dabei heraus, dass ihnen allen ein gemeinsames Schema zugrunde liegt: Die sogenannte Heldenreise. Das Besondere an ihr ist, dass nicht nur die Heldinnen und Helden einer Geschichte diese Reise durchlaufen – auch im realen Leben erinnern und erfahren wir genau die gleichen Schritte, wenn wir unsere Komfortzone verlassen, uns neuen Herausforderungen stellen und über uns hinauswachsen.

Deshalb kannst du dieses Heldenreisen- oder auch Heroe's-Journey-Canvas nutzen, um dir deiner eigenen Heldenreise bewusst zu werden:

1. Die neue Welt

Was ist es, was dich in deinem Leben wirklich antreibt? Wie müsste die Zukunft aussehen, damit sich die Mühe lohnt, deinen bequemen Alltag hinter dir zu lassen? Welche Vision, welcher Traum wäre so groß, dass du das Risiko eingehst und etwas wirklich neues wagst?

2. Das Elexier

Jede Heldin und jeder Held erhält im Laufe seiner Heldenreise das sogenannte Elexier. Dabei handelt es sich entweder um einen materiellen Gewinn (den Schatz, die Frau oder die Krone) oder um einen Immateriellen, wie eine neue Weisheit, Erkenntnis, Liebe oder Befreiung (von Angst etc.). Frage dich: Was wäre dein Elexier? Was würdest du lernen? Was müsstest du wissen, können oder mitbringen? Was würdest du gewinnen, wenn du deinen bequemen Alltag ein Stück weit aufgibst?

3. Die tiefste Höhle

Außerdem findet sich jeder Held und jede Heldin im Laufe ihrer Heldenreise in der tiefsten Höhle wieder. Hier trifft er oder sie auf ihren schlimmsten „Feind“. Das kann ein äußerer Feind sein oder auch ein innerer – eine Angst vor etwas, fehlendes Selbstvertrauen, Arroganz oder anderes. Der Clou ist, dass der Held oder die Heldin als eine neue Persönlichkeit wiedergeboren wird, wenn sie ihren Feind bezwingen kann – wenn sie also zum Beispiel ihre Angst oder ihren Hochmut ablegen kann. Was ist dein schlimmster Feind? Und was kann er dir beibringen?

4. Deine Widersacher

Es gibt aber nicht nur den einen, schlimmsten Feind. Eine gute Geschichte ist nur dann spannend, wenn der Held oder die Heldin auf Prüfungen, Hindernisse und Herausforderer trifft. Das ist genauso wie im wahren Leben – es wird auch nur dadurch lehrreich und spannend. Es hilft dir aber, gelassen und erfindungsreich mit ihnen umzugehen, wenn du dir im Vorfeld deiner Heldenreise schon überlegst, was an Prüfungen auf dich zukommen könnte. Deshalb: Schreib auf, wer deine Widersacher sein könnten. Das können Personen, Organisationen, Ereignisse, Entwicklungen, Gesetze, Weltbilder oder allgemeine Zustände und noch vieles mehr sein.

5. Deine Mentoren

Genauso gibt es aber auch Menschen, Organisationen, Institutionen und Umstände, die dir Rückenwind für deine Heldenreise geben. Es ist wichtig, sie zu kennen, damit du dich bei Bedarf schnell und gezielt an sie wenden bzw. sie nutzen kannst. Überlege dir daher, wer dich auf deinem Weg unterstützen und voranbringen kann.

6. Deine Weigerung

Ausnahmslos jede Heldin und jeder Held weigern sich zunächst, auf die Reise zu gehen. Das liegt daran, dass die gewohnte Welt so schön bequem ist. Gut, sie ist langweilig und nicht genau das, was dir für dein Leben so vorschwebte – aber du weißt wenigstens, woran du bist und was dich erwartet. Das vermittelt ein Gefühl von Sicherheit. Loszuziehen und etwas auf's Spiel zu setzen, sich selbst zu verändern und auch die Welt um sich herum – das erfordert Mut und Willenskraft. Sehr schnell sind wir deshalb dabei, alle möglichen Ausreden zu erfinden, warum wir unsere gemütliche Komfortzone nicht verlassen und mit der Verwirklichung unserer Träume loslegen können. Was sind deine Ausreden? Tipp: Wenn du auch dazu gehörst, aber irgendwie nicht weiter kommst, dann man doch mal die Übung des „Warum-Bohrers“ (siehe Kasten unten).

7. Dein Weckruf

Wenn du dir nun all das ansiehst – was ist der eine Satz, den du dir als Botschaft, als Affirmation und Ermutigung aufschreiben möchtest? Es sollte ein kraftvoller Satz sein, der kurz und bündig das wirklich Wesentliche auf den Punkt bringt. Formuliere deshalb alles in aktiver und positiver Form. Es unterstützt dich bei deinem Vorhaben, wenn du diesen Satz schön auf ein Stück Papier schreibst und dieses irgendwo aufhängst, wo du es täglich siehst.

Tipp: Der Warum-Bohrer

Eine gute Möglichkeit, um Ausreden zu entlarven ist der Warum-Bohrer. Und der geht so: Nimm dir ein DIN-A4-Papier, lege es quer vor dich hin und male darauf eine Tabelle mit 3–5 Spalten und 5 Zeilen. Schreibe nun in jede Spalte oben einen Grund auf, warum du deinen Traum nicht verwirklichen kannst. Das könnte zum Beispiel etwas sein wie „Ich habe nicht genug Geld“ oder „Ich habe keine Zeit“ oder „Meine Frau will das nicht“. Und dann setzt du den Warum-Bohrer ein!

Gehe dazu Spalte für Spalte vor und frage pro Argument fünfmal „Warum?“. Wenn du zum Beispiel geschrieben hast „Ich habe nicht genug Geld“ dann frage dich „Warum denke ich, dass ich nicht genug Geld habe?“ Die Antwort könnte sein „Weil ich dieses und jenes vorfinanzieren muss“. Dann könntest du wieder den Warum-Bohrer ansetzen und fragen „Warum musst ich es vorfinanzieren? Warum nutze ich nicht andere Möglichkeiten?“. Und die Antwort lautet vielleicht „Weil ich nicht von anderen Geldgebern abhängig sein will“. Dann könntest du als nächstes fragen „Warum willst du nicht von anderen Geldgebern abhängig sein? Was befürchtest du?“ Und so weiter und so fort.

Du siehst vermutlich schon: Du kommst so zu tieferliegenden Schichten deiner Bedenken, Ängste und Zweifel – und zu den wahren Gründen, warum der Weg aus deiner Komfortzone heraus für dich schon ziemlich aufregend werden könnte.