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Ideen prüfen – das Ideen Canvas

  • Dauer

    1,5 Tage

  • Grad

    Schwierig

  • Anzahl

    5–100 Personen

Ideen prüfen – das Ideen Canvas

Eine gute Idee für ein öko-soziales Projekt ist meistens das Ergebnis sorgfältiger Arbeit. Das Ideen Canvas hilft dir dabei, die wichtigsten Aspekte deiner Recherche zu berücksichtigen.

Große Ideen sind meistens nicht das Ergebnis spontaner Einfälle, sondern harter Arbeit! Sicherlich gibt es den ersten zündenden Funken mal unter der Dusche, mal beim Joggen und mal in der Kneipe. Doch bis daraus eine fundierte Idee mit einem überzeugenden Konzept wird, musst du viel Zeit investieren, um zu recherchieren, nachzudenken, zu beobachten, zu erforschen und deine Idee immer wieder feinzuschleifen – bis sie nicht nur dich überzeugt, sondern am besten auch noch deine*n wichtigste*n Kritiker*in! 

Übung: Ideen prüfenFaironomics: Arbeite ökologisch, fair und frei

Du kannst das Ideen Canvas und die Vorlage für die Persona nutzen, um die Ergebnisse aus der Übung „Ideen prüfen“ aus dem Buch „Faironomics“ zu dokumentieren. Die Quintessenz deiner Ergebnisse aus dem Schritt „Was denken die Menschen?“ kannst du ins Ideen Canvas eintragen. Auf Basis der Schritte „Was tun Menschen?“ und „Was sagen Menschen?“ kannst du mehrere Personas für relevante Vertreter*innen deiner Zielgruppe und deiner Stakeholder entwickeln. Nutze dazu die Vorlage für die Personas.

So funktioniert das Ideen Canvas

Um dir ein paar Leitplanken auf deinem Weg mitzugeben, haben wir das Ideen Canvas als PDF-Vorlage zum Ausdrucken entwickelt. Dort findest du einige erste, wichtige Bereiche, über die du dir im Laufe deiner Ideenentwicklung klar werden solltest. Dazu gehören folgende Felder:

1. Die Wirkung

Dieser Bereich ist von allergrößter Bedeutung. Warum? Weil du deine Idee ja nicht nur für dich alleine verwirklichst. Erst wenn sie für andere Menschen, andere Lebewesen, ja die Gemeinschaft, die Gesellschaft und die Welt insgesamt von positiver Bedeutung ist, wirst du Menschen finden, die sich von deiner Idee begeistern lassen und sich dafür einsetzen. Außerdem geben nur die Ideen deinem Leben Sinn, die über dich hinausweisen. Lebenssinn entsteht, wenn das, was du machst, auch wichtig für die anderen ist – denn damit bist du wichtig für die anderen. Ist deine Idee zwar eine tolle Sache für dich und einen kleinen Kreis von Menschen, schadet aber vielen anderen, der Natur und/oder dem sozialen Zusammenhalt, verwirklichst du kein öko-soziales, nachhaltiges und sinnstiftendes Projekt. Deshalb ist es von entscheidender Bedeutung, dass du die ökologische und soziale Wirkung deines Projektes genau kennst. Schreibe sie auf! (Weitere Infos zur Wirkungsplanung von Projekten findest du auch unter wirkung-lernen.de)

2. Die Zielgruppe

Für wen ist deine Idee eigentlich gedacht? Beschreibe die Menschen möglichst genau, die du mit deiner Idee erreichen willst. Wenn du möchtest, kannst du parallel zum Ideen Canvas auch die Vorlage für Personas nutzen. Wichtig: Eine Persona ist nicht mit einer Zielgruppe gleichzusetzen. Die Zielgruppe beschreibt einen Kreis von Menschen – eine Persona ist eine nicht-reale, aber realistische, konkrete Person. Ein Beispiel: Wenn deine Idee ein Bildungsangebot für Geflüchtete ist, dann ist deine Zielgruppe vielleicht „Kinder zwischen vier und sechs Jahren, die aus ihrem Heimatland vor Krieg und Terror geflohen sind“. Deine Persona bekäme hingegen einen Namen, ein Alter, ein Geschlecht, Hobbies, Charakterzüge, Vorlieben, ein Aussehen etc. Du würdest dir also einen ganz konkreten Menschen ausmalen. Beides hilft dir nicht nur, deine Idee auszuformulieren, sondern zum Beispiel auch bei deiner Strategieplanung und Kommunikation.

Ideen prüfen: Der Design-Thinking-Prozess mit seinen Phasen

Beim Prozess des Design Thinking sollen analytisches und synthetisches Denken zusammenkommen, um aus einer ersten Idee etwas zu machen, was die Welt wirklich braucht. Sechs Etappen verbinden sich über Rückkopplungschleifen zu einem Prozess, bei dem du eine Idee immer genauer prüfst und ausarbeitest.

3. Die Stakeholder

Neben der eigentlichen Zielgruppe sind jedoch noch weitere Menschen von deiner Idee betroffen – im positiven wie im negativen. Zu den Stakeholdern könnten im Beispielfall des Bildungsangebotes die Lehrer*innen einer Grundschule sein, in deren Räumen deine Workshops stattfinden sollen. Es könnten aber auch Politiker oder Sozialarbeiter sein, die für die Geflüchteten verantwortlich sind. Oder andere engagierte Bürger*innen und Bürgerinitiativen, mit denen du natürlich kooperieren und nicht konkurrieren solltest. Es könnten aber vielleicht auch die anderen Kinder der Grundschule sein oder deren Eltern. Überall kannst du Mitstreiter*innen und Widersacher finden (um mehr darüber herauszufinden kannst du auch die Übung „Die Karte der Mitstreiter“ machen).

4. Dein Team

Wer ist an der Umsetzung deiner Idee direkt beteiligt? Gibt es jemanden, der dir bei der Finanzierung hilft, bei der Kommunikation, dem Fundraising von Sachspenden, der für die Eltern der Kinder übersetzt und vieles mehr? Es ist wichtig, dass die Idee so geschaffen ist, dass sich alle Menschen in deinem Team damit identifizieren können. Denn nur so sind sie voll dabei, betrachten es auch als „ihre“ Idee und fühlen sich der Umsetzung ebenso verpflichtet wie du!

5. / 6. Die Risiken und Chancen

Die Umfeldanalyse ist ebenfalls eine wichtige Sache. Klassischerweise gibt es hier die sogenannte SWOT-Analyse, bei der du prüfst, welche Stärken und Schwächen du bzw. deine Organisation, dein Team mitbringe – und welche Chancen und Risiken das Umfeld für deine Idee bietet. Trage hier also ein, welche allgemeinen Entwicklungen, Einstellungen der Menschen, technischen Erfindungen etc. deine Idee unterstützen (Chancen) oder behindern (Risiken).

7. Dein Storyboard

Es hilft dir in der Regel ungemein, wenn du in einem kleinen Storyboard deine Idee in Form einer kleinen Kurzgeschichte umsetzt. Das bringt dich dazu, das Wesentliche auf den Punkt zu bringen. Und es erleichtert es anderen Menschen, das Besondere an deiner Idee zu verstehen. Jetzt, wo du die anderen Felder ausgefüllt hast, weißt du sicherlich schon, was besonders wichtig zu erzählen ist. Anstatt die Schritte aufzuschreiben, ist es besser, wenn du kleine Skizzen anfertigst – wie einen Comic. Diese müssen nicht toll gezeichnet sein. Es geht um die Idee, die Geschichte!

Dein Feedback!

Wir sind immer dabei, unsere Materialien zu aktualisieren und weiter zu entwickeln. Wir freuen uns deshalb, wenn du uns dein Feedback zum Ideen Canvas gibst und deine Erfahrungen und Tipps an andere Leser*innen dieses Beitrags weiter gibst. Schreibe dazu doch einfach einen Kommentar!