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Karte der Mitstreiter

  • Dauer

    2–4 Std.

  • Grad

    mittel

  • Anzahl

    1–12 Person

Karte der Mitstreiter

Du hast einen Traum, ein Projekt, eine Idee oder eine Initiative, die Mitstreiter braucht? Dann nutze die Karte der Mitstreiter, um deine Strategie für ein tragfähiges Unterstützernetzwerk zu entwickeln.

Niemand kann einen Traum, eine Idee oder ein Projekt alleine verwirklichen. Wir alle brauchen dafür andere Menschen, die uns unterstützen – und sei es auch nur mit einem offenen Ohr und ermutigenden Worten. Dabei haben wir im Laufe der Zeit immer wieder gemerkt, dass sich viele schwer damit tun, ihr Unterstützernetzwerk zu finden. Sie schaffen es vielleicht zwar eine zeitlang, einen Kreis von Menschen um sich zu scharen und für die Sache zu begeistern. Doch nur allzu schnell ist das Interesse auch schon wieder erloschen und sie wenden sich anderen Dingen zu.

Bill Moyers Darstellung gesellschaftlicher Veränderungen

Der Aktivist Bill Moyer hat beobachtet, wie gesellschaftliche Veränderung von statt geht. Die wichtigste Erkenntnis: Es braucht Geduld!

Versetzt man sich auf die Seite der anderen, so wird auch schnell klar, warum das so ist: Unser aller Leben ist voll mit Erfordernissen, Sachzwängen, Möglichkeiten und Verpflichtungen. Hand auf's Herz – die meisten von uns sind doch froh, wenn endlich alles Notwendige getan ist und man einfach mal Zeit für sich hat. Sich dann noch für ein weiteres Projekt zu verpflichten oder auch nur zu interessieren, fällt vielen nicht gerade leicht. Da muss es sich schon um eine ganze besondere Sache und/oder ganz besonders tolle Gruppe von Menschen handeln, die da in einem Unterstützernetzwerk zusammenkommen.

Wenn du also Mitstreiter für ein Projekt, eine Idee oder eine Sache suchst, ist das nicht gerade leicht. Deshalb ist es wichtig, dass du dir dazu einige Gedanken machst – und dir genau überlegst, wie du mit den unterschiedlichen Gruppen umgehen könntest. Unsere „Karte der Mitstreiter“ hilft dir dabei, eine durchdachte Strategie zum Aufbau deines Unterstützernetzwerkes zu entwickeln.

Vorlage

Lade dir das PDF herunter und drucke es aus, um eine Vorlage für deine Karte der Mitstreiter zu haben.

So erstellst du deine Karte der Mitstreiter

Nimm dir rund 45 Minuten Zeit und such dir einen ruhigen Ort. Lade dir die Vorlage für die Karte der Mitstreiter herunter und drucke sie dir aus. Trage nun ein:

1. Deine Widersacher

Auf der linken Seite deiner Vorlage findest du vier Kästchen mit einem Bizeps darin. Das sind die Felder für deine Widersacher. Überlege dir, welche deiner Widersacher aktiv sind – also konkret gegen dein Projekt, dein Thema oder deine Idee vorgehen, durch Worte und/oder Tagen. Diese kommen ganz nach links. Unterteile sie in die aktiven Widersacher, die viel Einfluss haben (sie kommen in das Kästchen oben) und in diejenigen mit wenig Einfluss (sie kommen in das Kästchen unten). Genauso gehst du mit den passiven Widersachern um. Das sind Menschen, Organisationen oder Institutionen, die zwar gegen deine Sache eingestellt sind, aber nichts konkret dagegen unternehmen.

2. Deine Mitstreiter

Auf der rechten Seite findest du vier Kästchen für deine Mitstreiter. Sie enthalten alle ein Herz. Auch hier gibt es passive Mitstreiter, die zwar für deine Sache sind, aber nicht aktiv werden – und aktive Mitstreiter, die sich mit Worten und/oder Tagen für dien Projekt, deine Idee oder dein Thema engagieren. Oben trägst du wieder jeweils die passiven oder aktiven Mitstreiter mit viel Einfluss ein, unten diejenigen mit wenig Einfluss.

3. Deine Strategie

Du kennst nun deine Pappenheimer. Nun geht es darum, eine Strategie zu entwickeln, wie du aus aktiven Widersachern passive machst – aus passiven Widersachern passive Mitstreiter – und aus passiven Mitstreitern aktive. Versuche also alle Menschen, Organisationen und Institutionen von links nach rechts zu bewegen, Schritt für Schritt. Das ist natürlich besonders bei denjenigen wichtig, die über viel Einfluss verfügen. Wichtig ist dazu, dass du diesen Menschen genau zuhörst: Was genau mögen sie an deiner Idee, deinem Projekt oder deinem Thema nicht? Hast du Mittel und Möglichkeiten, um sie davon zu überzeugen (sie also zu Mitstreitern zu machen)? Und wenn nicht: Was könntest du tun, um ihnen zumindest die Lust und Motivation zu nehmen, konkret gegen dich zu agieren? Diese Übung ist auch eine gute Maßnahme, um sich auf mögliche Shitstorms vorzubereiten.

4. Ermächtige deine Mitstreiter

Zeitgleich kannst du dir aber auch überlegen, wie du den aktiven Mitstreitern mit wenig Einfluss mehr Einfluss verschaffst: Was kannst du tun, um sie zu ermächtigen? Könntest du ihnen eine Stimme geben? Könntest du ihnen in Workshops die Fähigkeiten vermitteln, die sie brauchen, um gehört zu werden?

Tipp:

Nimm dir für diese Übung Zeit. Wenn du möchtest, kannst du auch aktive und passive Mitstreiter dazu einbinden. Je mehr Menschen, desto mehr Ideen kommen zusammen. Wähle im Anschluss daran aus, welche Maßnahmen jetzt gerade möglich und sinnvoll erscheinen, um dein Unterstützernetzwerk aufzubauen. Es lohnt sich auch, diese Übung immer mal wieder zu machen, weil sich das Umfeld um dein Projekt, deine Idee oder deine Initiative herum immer wieder verändert.