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Liberating Structures: Besser kooperieren

Liberating Structures: Besser kooperieren

Nur 33 Mikrostrukturen sollen genug Halt und genug Freiraum geben, damit Menschen richtig gut zusammen arbeiten. 

Jeder weiß, dass wir Menschen gemeinsam weiter kommen, wenn wir uns gut verstehen und dadurch gut zusammen arbeiten. Wenn es Vertrauen gibt. Wenn jede und jeder das Gefühl hat, mit seinen oder ihren Anliegen, Ideen und Problemen ernst genommen zu werden. Und eigentlich wollen das ja auch alle. Und doch gelingt es uns so oft nicht. Wie kann das sein?

Die Unternehmer Keith McCandless und Henri Lipmanowicz haben diese Frage für sich und viele andere beantwortet: Es liegt an den Strukturen, die wir Menschen uns über die Jahrhunderte geschaffen haben. Und diese Strukturen passen in die heutige Zeit nicht mehr. Denn viele von ihnen sind zu starr und hemmen die Kreatvitität. Wie zum Beispiel der Ideen-Austausch über Präsentationen, Statusreports und geführte Diskussionen.

Andere Strukturen sind ihrer Meinung nach zu frei und lose. Sie geben nicht genug Halt und Organisation. Manche Menschen hätten dann das Gefühl, nicht einbezogen zu werden. Dazu gehört nach McCandless ud Lipmanowiczs Meinung zum Beispiel Methoden wie offene Diskussionen und Brainstormings. Ihr Fazit: Wir brauchen also etwas dazwischen. Wir brauchen neue Strukturen, die von ihnen sogenannten „Liberating Structures“. Sie sollen Halt geben, aber zugleich öffnen. Und sie sollen sich kombinieren und an die Anwendungsfälle, Organisationen und die Menschen anpassen lassen.

33 Mikrostrukturen von Liberating Structures

Und so haben Keith McCandless und Henri Lipmanowicz insgesamt 33 Mikrostrukturen unter de Stichwort „Liberating Structures“ zusammen getragen. Menschen in Organisationen können sie nutzen, um ihre Zusammenarbeit auf den nächsten Level zu bringen. Und zwar ausdrücklich nicht nur Vorgesetzte, Führungskräfte und Leiter*innen. Nein: Alle. Denn die Mikrostrukturen sind so einfach anzuwenden, dass jede und jeder dazu in der Lage ist. Der Demokratisierungsprozess ist erwünscht!

Aus dieser Idee heraus ist die mittlerweile weltweite Community „Liberating Structures“ entstanden. In vielen Städten gibt es sogenannte User Groups: Zusammenkünfte von Menschen, die die Mikrostrukturen gemeinsam ausprobieren und sich über die Wirkung, Anwendungsmöglichkeiten und Fallstricke austauschen. Daneben gibt es Workshops und internationale Gatherings (also Treffen).

Alle Mikrostrukturen von Liberating Structures in einer visuellen Übersicht

Einfach ausprobieren: Die Methoden

Doch wie gesagt: die Methoden sind wirklich nicht so kompliziert. Deshalb kannst du sie auch einfach ausprobieren, wenn in deiner Nähe weder eine User Group ist noch ein Workshop. Überzeuge einfach dein Arbeits-Team, dass ihr die ein oder andere Mikrostruktur ausprobiert – und sammelt selbst Erfahrung. Auf der Website gibt es in einem visuell gestalteten Menü eine Übersicht über alle Methoden:

  • Verzwickte Fragen: Paradoxe Herausforderungen formulieren, denen sich eine Gruppe stellen muss. MEHR ERFAHREN …
  • Was, also was nun: Gemeinsamer Rückblick auf den Fortschritt und Entscheidung über notwendige Anpassungen. MEHR ERFAHREN …
  • Min Specs/Minimale Spezificationen: Bestimmung der „Must dos“ und „Must not dos“, um Ziele zu erreichen. MEHR ERFAHREN …
  • HSR/Gehört, gesehen, respektiert: Aktives Zuhören und empathisches Miteinander. MEHR ERFAHREN …
  • Was ich von dir brauche: Wünsche nach Unterstützung hervorbringen. MEHR ERFAHREN …
  • Integrierte Autonomie: Von Entweder-oder-Konflikten zu Beide-und-Lösungen. MEHR ERFAHREN …
  • Appreciative Interviews (AI) / Wertschätzende Interviews: Die Grundursachen des Erfolges finden und daraus aufbauen. MEHR ERFAHREN …
  • DAD / Entdeckungs- und Maßnahmendialog: Entdecke, erfinde und entfessle lokale Lösungen für chronische Probleme. MEHR ERFAHREN …
  • Imrov Prototyping: Prototyping mit Hilfe von Impro-Theater. MEHR ERFAHREN …
  • Zusammen zeichnen: Durch nonverbale Kommunikation neue Einsichten und Wege entdecken. MEHR ERFAHREN …
  • Open Space Technology: Offene Gesprächsräume für Gruppen schaffen. MEHR ERFAHREN …
  • Kritische Unsicherheiten: Strategien für noch unvorhersehbare Entwicklungen gestalten. MEHR ERFAHREN …
  • 1-2-4-All: In großen Gruppen schnell Ideen und Vorschläge destillieren. Gut geeignet für den Einstieg in Liberating Structures!) MEHR ERFAHREN …
  • TRIZ (Kopfstandmethode): Kontraproduktives Verhalten stoppen und neue Verhaltensweisen entdecken. MEHR ERFAHREN …
  • Shift & Share / Umherziehen und Teilen: Gute Ideen verbreiten und informelle Verbindungen zu Innovatoren herstellen. MEHR ERFAHREN …
  • Helfende Heuristiken: Progressive Methoden üben, um anderen zu helfen, dir helfen zu lassen oder um Hilfe zu bitten. MEHR ERFAHREN …
  • Storyboards entwerfen: Schritt-für-Schritt-Elemente festlegen, um Meetings zu einem produktiven Ziel zu führen. MEHR ERFAHREN …
  • STAR-Kompass: Beziehungsmuster aufdecken, die die Zusammenarbeit fördern oder behindern. MEHR ERFAHREN …
  • Ecocycle Planning: Finde heraus, welche Aktivitäten und Beziehungen Entwicklungen behindert oder ermöglicht. MEHR ERFAHREN …
  • Spontanes Netzwerken: Herausforderungen und Erwartungen schnell teilen und neue Verbindungen schaffen. MEHR ERFAHREN …
  • 15 % Lösungen: Entdecke und konzentriere dich auf die Dinge, die jede Person ohne Hilfe sofort tun kann. MEHR ERFAHREN …
  • 25/10 Crowd Sourcing: Wie eine Gruppe kraftvolle und umsetzbare Ideen in kürzester Zeit hervorbringt und sichtet. MEHR ERFAHREN …
  • Café der Gespräche: Beziehe jeden mit ein, um tiefgreifende Herausforderungen einzuordnen. MEHR ERFAHREN …
  • Promi-Interview: Die Verbindung zwischen Anführern und Experten mit denen erneuern, die direkt mit der Herausforderung zu tun haben) MEHR ERFAHREN …
  • Zustimmungs- und Sicherheitsmatrix: Ordne Herausforderungen in einfache, komplizierte, komplexe und chaotische Domänen ein. MEHR ERFAHREN …
  • Panarchismus: Verstehe wie eingebettete Systeme miteinander interagieren, sich entwickeln, Innovationen verbreiten und transformieren. MEHR ERFAHREN …
  • Neun Mal Warum: Macht euch den Sinn und Zweck eurer Arbeit gemeinsam klar. MEHR ERFAHREN …
  • Troika Beratung: Hol dir unverzüglich praktische und einfallsreiche Hilfe von deinen Kollegen. MEHR ERFAHREN …
  • Weise Gruppen: Zapf die Weisheit der ganzen Gruppe in schnellen Zyklen an. MEHR ERFAHREN …
  • Fishbowl: Konkrete Erfahrungen und Know-how mit einer größeren Gruppe teilen. MEHR ERFAHREN …
  • Soziale Netze weben: Kartografiere informelle Verbindungen und entscheide, wie das Netzwerk gestärkt werden soll, um ein Ziel zu erreichen. MEHR ERFAHREN …
  • Einfache Ethnographie: Beobachte und dokumentiere das Verhalten von Nutzern bei der täglichen Arbeit. MEHR ERFAHREN …
  • Vom Sinn und Zweck zur Praxis: Die fünf wesentlichen Elemente für eine belastbare und nachhaltige Initiative entwickeln. MEHR ERFAHREN …

Fazit: auch die Haltung zählt

Die ein oder andere Mikrostruktur ist bereits als Methode vielen Moderator*innen und Facilitator*innen bekannt. Dazu gehört zum Beispiel Appreciative Inquiry, Fish Bowl oder OpenSpace. Aber ich habe dort in der Tat auch einige neue, gut funktionierende Methoden gelernt, die regelmäßig gerne anwende.

Mein Tipp für euch: Schaut euch nicht nur die Methoden an, die das Team kreativ werden lassen. Verwendet auch Methoden, die für eine bessere, authentischere Kommunikation sorgen, das gegenseitige Verständnis verbessern und Vertrauen schaffen. Denn natürlich sind kreative und produktive Methoden ein wichtiger Bestandteil und können viel in Bewegung bringen.

Dennoch reichen sie allein aus meiner Sicht nicht, um einen echten Wandel in der Zusammenarbeit zu bewirken. Vielmehr braucht es dazu auch eine Veränderung der inneren Haltung. Es braucht die Bereitschaft, zuzuhören. Und es braucht den Mut, sich selbst zu öffnen und authentisch zu kommunizieren. Ja, und natürlich braucht es Empathie und Mitgefühl. Ohne diese „Zutaten“ lassen sich selbst die besten Methoden leider immer wieder dazu nutzen, inoffizielle Machtstrukturen zu errichten. Und die stehen dann einer echten Zusammenarbeit im Wege.

Liberating Structures

Liberating Structures sind 33 Mikrostrukturen, mit denen du die Zusammenarbeit in Teams verbessern und ein angenehmeres, kreativeres und erfüllenderes Arbeitsklima schaffen kannst. Es ist aber auch eine weltweite Community von Menschen, die diese Mikrostrukturen zu immer neuen „Design Patterns“ (Gestaltungsmustern) zusammensetzen, Erfahrungen sammeln und sich darüber austauschen.

Um die Auswahl der richtigen Mikrostrukturen zu erleichtern, gibt es einen sogenannten „Match Maker“. Dabei handelt es sich um eine PDF-Datei mit einer Empfehlungsstruktur, die du hier herunterladen kannst: MATCH-MAKER (PDF)

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